Author Topic: Entwicklungsfortschritt  (Read 25507 times)

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Offline snsnsnsn

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Re: Entwicklungsfortschritt
« Reply #30 on: April 23, 2011, 05:02:35 PM »
Retroshare ist keine Alternative. Ich habe gelesen daß eine Datei zwar von Nichtfreunden geladen werden kann, dann aber über alle Verknüpfungen übertragen werden muß. Auch die Einstiegshürde, die ersten Freunde sollte man persönlich kennen, ist zu hoch.

I2P habe ich nicht richtig zum laufen bekommen.

Derzeit ist Blocksnet das beste System. Vielleicht kann ja der eine oder andere hier mal wieder ein paar Dateien einstellen damit das Netzwerk eine Chance bekommt. Die Offsystem Probleme sind alle behoben.

Ich benutze Stealthnet aufgrund von zahlreichen Fehlern mit der Freigabe und der 4? GB Beschränkung nicht mehr. Sollte das Projekt einschlafen hoffe ich daß das Protokoll das letzteres beheben kann noch eingebaut wird. Vielleicht versuche ich es dann nochmals.

Offline ContractSlayer

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Re: Entwicklungsfortschritt
« Reply #31 on: April 23, 2011, 05:25:17 PM »
Quote
Retroshare ist keine Alternative. Ich habe gelesen daß eine Datei zwar von Nichtfreunden geladen werden kann, dann aber über alle Verknüpfungen übertragen werden muß. Auch die Einstiegshürde, die ersten Freunde sollte man persönlich kennen, ist zu hoch.
F2F Netzwerke mit Turtle Routing wie RetroShare werden die Zukunft und wahrscheinlich auch die letzte Möglichkeit sein, Dateien einigermaßen sicher zu Tauschen.

Die meisten anonymen Netzwerke scheitern doch jetzt schon an der neuen geänderte Rechtslagen zumindest hier in Deutschland:

Zitat aus dem Bundesgrichthof:
Quote
Wer - ohne Täter oder Teilnehmer zu sein - in irgendeiner Weise willentlich und adäquat kausal zur Verletzung
eines geschützten Gutes beiträgt, kann als Störer für eine Schutzrechts-/Urheberrechtsverletzung
auf Unterlassung in Anspruch genommen werden.

Oder anders gesagt:
Wer nicht selbst die Urheberrechtsverletzung begangen hat oder an einer solchen teilgenommen hat, kann trotzdem wie ein Täter in Anspruch genommen werden,
wenn er die Voraussetzungen für den Urheberrechtsverstoß geschaffen hat und trotz vorliegender Anhaltspunkte keine Prüfungen oder
Maßnahmen ergriffen hat, um solche Verstöße zu unterbinden.
Sollten also anonyme Netzwerke wie I2P, Freenet oder auch OFF Bekanntheitsgrade wie Bittorrent oder OCHs erreichen, wird man mit Sicherheit auf die Störhaftung zurückgreifen. Da spielt es keine Rolle mehr, ob man Dateien verschlüsselt weiterleitet oder nur Blöcke im Netzwerkt vertreilt. Die IP-Adressen der Benutzer dieser Netzwerke lassen sich nicht verstecken.
Im Grunde genommen reicht es aus, als Abmahner eine geschütze Datei down- oder upzuloaden und der jenige User der diese Datei dann weiterleitet oder von den man den Block erhält hat die A-Karte gezogen (wenn er seinen stand in Deutschland hat.)

Vieleicht bietet das kommende anonyme Netzwerk Phantom Schutz gegen dieses Gesetzt.

Quote
The Phantom protocol is a system for decentralized anonymization of generic network traffic. It has been designed with the following main goals in mind:

1. Completely decentralized.
- No critical or weak points to attack or put (il)legal pressure on.
2. Maximum resistance against all kinds of DoS attacks.
- Direct technical destructive attacks will practically be the only possible way to even attempt to stop it.
3. Theoretically secure anonymization.
- Probabilistic methods (contrary to deterministic methods) must be used in a completely decentralized design like this, where no other peer can be trusted, so focus is put on optimizing these methods.
4. Theoretically secure end-to-end transport encryption.
- This is simple in itself, but still important in the context of anonymization.
5. Completely (virtually) isolated from the "normal" Internet.
- No one should have to worry about crimes being perpetrated from their own IP address.
6. Maximum protection against identification of protocol usage through traffic analysis.
- You never know what the next draconian law might be.
7. Capable of handling larger data volumes, with acceptable throughput.
- Most existing anonymization solutions are practically unusable for (or even prohibit) larger data volumes.
8. Generic and well-abstracted design, compatible with all new and existing network enabled software.
- Software application developer participation should not be needed, it should be easy to apply the anonymization to both new and already existing products like e.g. web browsers and file transfer software.

Infos:
https://code.google.com/p/phantom/
 


« Last Edit: April 23, 2011, 05:37:04 PM by ContractSlayer »

Offline Doc Honke

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Re: Entwicklungsfortschritt
« Reply #32 on: May 24, 2011, 09:36:45 AM »
Gibts da auch ne installable von?

Offline snsnsnsn

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Re: Entwicklungsfortschritt
« Reply #33 on: June 06, 2011, 04:09:48 PM »
Quote
Sollten also anonyme Netzwerke wie I2P, Freenet oder auch OFF Bekanntheitsgrade wie Bittorrent oder OCHs erreichen, wird man mit Sicherheit auf die Störhaftung zurückgreifen. Da spielt es keine Rolle mehr, ob man Dateien verschlüsselt weiterleitet oder nur Blöcke im Netzwerkt vertreilt

Bei OFF kann es keine Störerhaftung geben. Du kannst aus jedem Block jede andere Datei erzeugen. Diese Blöcke sind nicht schützbar, denn dann könntest du das Urheberrecht an allm erwerben, auch an diesen Text. Die Weitergabe der Links ist möglicherweise abmahnbar. Off sollte also in Zukunft um Retroshare erweitert werden, das war mal geplant. Möglicherweise ist auch Arado geeignet.

Die Arbeitsweise ist hier erklärt. Es gab auch mal ein Gutachten von einem Anwalt der das Programm für legal nutzbar hielt.
http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/Anleitung-Offsystem-anonymes-Filesharing

In OFF werden seit meinem letzten Beitrag ständig neue Dateien eingestellt. Wenn jetzt die Nutzer zurückkommen könnte es sich doch noch durchssetzen.

Offline ElGrande-CG

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Re: Entwicklungsfortschritt
« Reply #34 on: June 06, 2011, 06:59:15 PM »

Bei OFF kann es keine Störerhaftung geben. Du kannst aus jedem Block jede andere Datei erzeugen. Diese Blöcke sind nicht schützbar, denn dann könntest du das Urheberrecht an allm erwerben, auch an diesen Text.

Hoffentlich werden das die Gerichte dann auch verstehen und so sehen. Wenn man sich aber mal so anschaut, was z.B. aus einer gewissen Hansestadt im Norden Deutschlands an "Urteilen" kommt, kann ich mir durchaus vorstellen, dass OFF-Nutzer in Störerhaftung genommen werden.

Offline ContractSlayer

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Re: Entwicklungsfortschritt
« Reply #35 on: June 06, 2011, 08:01:25 PM »
Posted by: snsnsnsn
Quote
Bei OFF kann es keine Störerhaftung geben. Du kannst aus jedem Block jede andere Datei erzeugen. Diese Blöcke sind nicht schützbar, denn dann könntest du das Urheberrecht an allm erwerben, auch an diesen Text. Die Weitergabe der Links ist möglicherweise abmahnbar. Off sollte also in Zukunft um Retroshare erweitert werden, das war mal geplant. Möglicherweise ist auch Arado geeignet.
Also mache wollen die Funktionsweise der Störhaftung nicht verstehen :)

Der Mann, dessen Fall am 13.05.10 vor dem BGH verhandelt wurde, war nachweislich auch nicht der Täter, da er zu dem Zeitpunkt, an dem die Urheberrechtsverletzung über seinen Internetanschluss erfolgte, in Urlaub in Italien am Gardasee war!
Er hatte sogar noch Einkaufsquittungen vom Campingplatz von dem Tag, an dem die Tat stattfand. Aber er hatte eben seinen Internetzugang nicht ausreichend dagegen gesichert von unbekannten Dritten für Urheberrechtsverletzungen missbraucht werden zu können und haftet damit als Störer auf Unterlassung, weshalb die Abmahnung gegen ihn zulässig war.

Da nützt auch OFF und Arado nichts.
Sobald ein(e) Datei/Block von einer Geschützen Datei mit OFF/Freenet/I2P usw. angefordert wird,
hat man die IP-Adressen die die Dateien/Blöcke zum eigentlichen Downloader weiterleiten. Diese IP-Adresse die die Dateien nur weiterleiten können als Störer haften und somit auch zusätzlich eine Abmahnung erhalten.
Es ist also egal ob man eine Datei verschlüsselt über mehre Benutzer leitet (I2P, Stealthnet, GNUnet) oder diese verteilt und verschlüsselt auf mehreren Festplatten speichert (Freenet, OFF)
Die IP-Adressen der anonymen Netzwerkbenutzer lassen sich nicht verstecken.

Hier nochmal die Definition der Störerhaftung:

Eine Haftung des Anschlussinhabers wegen illegalen Downloads von Musik- und Filmwerken aus der sog. Störerhaftung
nimmt die Rechtssprechung an, wenn jemand, ohne selbst Verursacher zu sein, an einer Verletzungshandlung mitgewirkt hat,
obwohl es ihm möglich und vor allem zumutbar war, diese zu verhindern.
Ist etwa dem Anschlussinhaber positiv bekannt, dass unter seinem Anschluss Verletzungshandlungen
durch Dritte vorgenommen werden, so hat er dies zu unterbinden, soweit ihm dies möglich ist.
In diesem Falle hat er im privaten Bereich schlichtweg Dritten den Gebrauch des Anschlusses
komplett zu untersagen oder notfalls auch entsprechende Vorkehrungen zu treffen, wie etwa das Abschalten eines Routers oder die entsprechende Software zu entfernen.
Was ist im Einzelfall zumutbar ist hängt jeweils vom Störerbeitrag des Anschlussinhabers ab.

Quote
Wer - ohne Täter oder Teilnehmer zu sein - in irgendeiner Weise willentlich und adäquat kausal zur Verletzung
eines geschützten Gutes beiträgt, kann als Störer für eine Schutzrechts-/Urheberrechtsverletzung
auf Unterlassung in Anspruch genommen werden.
Nach ständiger Rechtsprechung setzt die Haftung desjenigen, der als Störer haftet, die Verletzung von Prüfungspflichten voraus.
Der Umfang der Prüfungspflichten bestimmt sich danach, ob und inwieweit dem als Störer in Anspruch genommenen nach den Umständen eine Prüfung zumutbar ist.
Der Betreiber und Inhaber eines Internetanschlusses trägt willentlich und adäquat kausal zur - auch durch Dritte begangenen - Verletzung geschützten Urheberrechts bei.
Wer einen Internetanschluß habe, muss eben unter allen Umständen dafür sorgen, dass damit kein Mißbrauch betrieben werde.
Denn ohne den Internetanschluss würde es nicht kausal zu einer Verletzung des geschützten Urheberrechts kommen.

Offline snsnsnsn

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Re: Entwicklungsfortschritt
« Reply #36 on: June 08, 2011, 06:24:56 AM »
Quote
Also mache wollen die Funktionsweise der Störhaftung nicht verstehen

Und andere verstehen nicht daß es bei OFF keine Störer geben kann. Aus den Blöcken die ein OFF Knoten versendet kann jede Datei dieser Welt erstellt werden. Eine Linux CD genauso wie alle weltweit existierenden abzumahnenden Werke. Wer bestimmt also ob der Block für eine Linux CD oder für geschützte Werke benutzt werden soll? Wer bestimmt welcher der tausenden Rechteinhaber den Block abmahnen darf? Es gibt nicht die geringste Anwendungsmöglichkeit für eine Störerhaftung denn das Urheberschutzverbrechen wird erst lokal durch das erstellen der Datei begangen.

Sollte das LG eine andere Entscheidung treffen verstößt es gegen das Zensurverbot im GG. Sollte es also einen OFF Benutzer verurteilen steht eine Verfassungsbeschwerde an die garantiert zum Vorteil des Verurteilten ausgeht, denn sonst könnte man alle Dateien der Welt verbieten weil diese ebenfalls eine Grundlage für das geschützte Werk darstellen könnten.

Nachdem die Verfassungsbeschwerde stattgegeben wurde ist der Fall nicht aus den Medien rauszuhalten. Das hätte zur Folge daß die Emule Nutzer in großer Menge zu OFF wechseln, denn OFF ist gleichschnell und böte einen vor dem höchsten Gericht nachgewiesenen lückenlosen Rechtsschutz. Welcher Abmahnanwalt glaubst du wird das Risiko eingehen? Er würde auch seinen Mandanten schaden da weitere  Abmahnungen nicht stattfinden können.

Offline ElGrande-CG

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Re: Entwicklungsfortschritt
« Reply #37 on: June 08, 2011, 02:17:29 PM »
Quote
Also mache wollen die Funktionsweise der Störhaftung nicht verstehen

Und andere verstehen nicht daß es bei OFF keine Störer geben kann. Aus den Blöcken die ein OFF Knoten versendet kann jede Datei dieser Welt erstellt werden. Eine Linux CD genauso wie alle weltweit existierenden abzumahnenden Werke. Wer bestimmt also ob der Block für eine Linux CD oder für geschützte Werke benutzt werden soll? Wer bestimmt welcher der tausenden Rechteinhaber den Block abmahnen darf? Es gibt nicht die geringste Anwendungsmöglichkeit für eine Störerhaftung denn das Urheberschutzverbrechen wird erst lokal durch das erstellen der Datei begangen.

Sollte das LG eine andere Entscheidung treffen verstößt es gegen das Zensurverbot im GG. Sollte es also einen OFF Benutzer verurteilen steht eine Verfassungsbeschwerde an die garantiert zum Vorteil des Verurteilten ausgeht, denn sonst könnte man alle Dateien der Welt verbieten weil diese ebenfalls eine Grundlage für das geschützte Werk darstellen könnten.

Nachdem die Verfassungsbeschwerde stattgegeben wurde ist der Fall nicht aus den Medien rauszuhalten. Das hätte zur Folge daß die Emule Nutzer in großer Menge zu OFF wechseln, denn OFF ist gleichschnell und böte einen vor dem höchsten Gericht nachgewiesenen lückenlosen Rechtsschutz. Welcher Abmahnanwalt glaubst du wird das Risiko eingehen? Er würde auch seinen Mandanten schaden da weitere  Abmahnungen nicht stattfinden können.

Trotzdem bist du darauf angewiesen, dass die Gerichte deiner Argumentation folgen. Recht haben und Recht bekommen haben hierzulande leider nicht immer viel miteinander zu tun.
Im Übrigen stimme ich dir 100% zu.

Offline ContractSlayer

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Re: Entwicklungsfortschritt
« Reply #38 on: June 09, 2011, 03:45:00 AM »
Quote
Und andere verstehen nicht daß es bei OFF keine Störer geben kann. Aus den Blöcken die ein OFF Knoten versendet kann jede Datei dieser Welt erstellt werden. Eine Linux CD genauso wie alle weltweit existierenden abzumahnenden Werke. Wer bestimmt also ob der Block für eine Linux CD oder für geschützte Werke benutzt werden soll? Wer bestimmt welcher der tausenden Rechteinhaber den Block abmahnen darf? Es gibt nicht die geringste Anwendungsmöglichkeit für eine Störerhaftung denn das Urheberschutzverbrechen wird erst lokal durch das erstellen der Datei begangen.
Klar, wird bei OFF auch die Störerhaftung in Kraft treten :)
Die Abmahner fordern einfach mit OFF ein Geschütztes Werk per Link oder Suche an.
Deutsche IP-Adressen die das Geschütze Werk bzw. dessen Blöcke weiterleiten, werden vorgemerkt ggf. gespeichert.
Die Blöcke werden dann auf den Rechner der Abmahner wieder zu einer vollständigen Datei zusammengesetzt und überprüft (die MP3s werden angehört, die Filme halt angeschaut) ob es sich um eine abmahnende Geschütze Datei handelt.
Sollte dies dann der Fall sein, haben die Benutzer der deutschen IP-Adressen von denen die Blöcke an die Abmahner weitergeleitet wurden mit der Störhaftung zu tun.

Die Daten können also gevierteilt, verändert, verbrannt oder verschlüsselt werden - es ist und bleibt eine Urheberrechtsverletzung. Du darfst die Daten (in welcher Form auch immer) nicht "weiter-verteilen".
Man kann davon ausgehen, dass es im Strafrecht schon reicht, die Daten zu "verteilen" um eine Staatsanwaltschaft aktiv werden zu lassen. Dies wurde durch die Störhaftung noch verschärft.
Bei einer Abmahnung und dem zivilrechtlichen Aspekt, sieht die Sache etwas anders aus. Die Beweislast liegt hier bei den Abmahnern.
Es liegt somit die Schwierigkeit nicht darin zu beweisen welche Daten in verschlüsselten Blöcken sind, sondern der Nachweis/die Verbindung zu ziehen zwischen Link/File und den getauschten Daten.

Und nochmal! Die Definition der Störerhaftung ist begründet durch die Bereitstellung technischer Systeme wie Software/Netzwerke u.s.w die willentlich adäquat kausal dazu beizutragen unbekannten Dritten Rechtsverletzungen zu ermöglichen. Somit tritt die Störhaftung auch bei der Benutzung von OFF wie auch bei den meisten anderen anonymen Netzwerken ein.
Das man sich als Betreiber eines OFF Nodes seiner Verantwortung entziehen möchte, indem man einen Teil seiner Festplatte als "besitzerlos" erklärt, ist zwar eine nette Idee...Nur dumm, dass man das vor Gericht nicht als Argument anbringen kann.

Durch das deutsche Recht der Störerhaftung sind somit die Versuche "abmahnsicheres" Filesharing über reine P2P-Systeme zu realisieren in Deutschland erledigt noch bevor diese überhaupt jemals massentauglich werden.
Neben Usenet-Anbieter und VPN-Provider die ihren Sitz im Ausland haben, gibt es in Zukunft wahrscheinlich nur noch die Möglichkeit über F2F-Systeme Daten relativ sicher zu tauschen.
Evtl. kämen auch noch One-Click-Hoster in Betracht, wobei bisher dort auch nur die Downloader sicher sind. Uploader müssen also bei One-Click-Hoster ebenfalls auf VPN-Provider setzen.
Wobei man selbst bei VPN-Provider in Ausland nicht 100% sicher seinen kann, ob diese Informationen an dritte weitergeben oder nicht.  

Somit bleiben Friend-to-Friend (F2F) Netzwerke wie RetroShare oder Alliance hier in Deutschland die letzte Möglichkeit um geschützt anonymes Filsharing zu betreiben.  
Da diese Netzwerke Turtle Routing unterstützen, kann des Datei Angebot evtl. auch mit öffentlichen anonymen Netzwerken mithalten.
Bei richtiger Anwendung ist die Störerhaftung und Überwachung ist bei diesen Netzwerken unmöglich.  

Jedoch haben diese Netzwerke auch einen Harken!
Es brauch seine Zeit, effektive und vertrauenswürdige Freunde zu finden.
« Last Edit: June 09, 2011, 05:23:31 AM by ContractSlayer »

Offline snsnsnsn

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Re: Entwicklungsfortschritt
« Reply #39 on: June 11, 2011, 04:48:12 PM »
Quote
Deutsche IP-Adressen die das Geschütze Werk bzw. dessen Blöcke weiterleiten, werden vorgemerkt ggf. gespeichert.

Derzeit ist für Abmahner nur Bittorrent und Edonkey interessant.


Quote
Sollte dies dann der Fall sein, haben die Benutzer der deutschen IP-Adressen von denen die Blöcke an die Abmahner weitergeleitet wurden mit der Störhaftung zu tun.

Dann ist auch der Waffenverkäufer ein Mitstörer. Mit der Waffe kann eine legale Verteidigung (Linux CD) oder Mord (Urheberrechtsverstoß) begangen werden. wurde jemals ein Waffenhändler verurteilt wenn jemand mit Waffenschein diese mißbraucht hat?

Quote
Die Daten können also gevierteilt, verändert, verbrannt oder verschlüsselt werden - es ist und bleibt eine Urheberrechtsverletzung. Du darfst die Daten (in welcher Form auch immer) nicht "weiter-verteilen"
Es handelt sich nach dem XORen nicht mehr um die Originaldateien sondern um neue Daten auf die der Blockersteller das Urheberrecht besitzt.

Quote
Man kann davon ausgehen, dass es im Strafrecht schon reicht, die Daten zu "verteilen" um eine Staatsanwaltschaft aktiv werden zu lassen. Dies wurde durch die Störhaftung noch verschärft.
Wenn sie dir etwas anhängen wollen biegen die sich das Recht wie sie es brauchen. Die Beweise wären aber nicht gerichtsverwertbar weil du den Inhalt nicht kennst und die Blöcke bereits für eine andere Datei benutzt worden sind, z.B. eine Linux CD. Eine Anklage und Verurteilung ist nicht rechtsstaatlich.

Quote
Bei einer Abmahnung und dem zivilrechtlichen Aspekt, sieht die Sache etwas anders aus. Die Beweislast liegt hier bei den Abmahnern.
Die Beweislast liegt auch bei einer Anklage bei der Staatsanwaltschaft.

Quote
Somit tritt die Störhaftung auch bei der Benutzung von OFF wie auch bei den meisten anderen anonymen Netzwerken ein.
Nein, Dateitausch ist nicht strafbar. Solange dein Knoten nicht Saugstube oder so heißt muß man dir eine böswillige Absicht nachweisen.

Quote
Das man sich als Betreiber eines OFF Nodes seiner Verantwortung entziehen möchte, indem man einen Teil seiner Festplatte als "besitzerlos" erklärt, ist zwar eine nette Idee...Nur dumm, dass man das vor Gericht nicht als Argument anbringen kann.
Selbstverständlich kannst du das. Nenne mir ein Verfahren das technisch möglich und zumutbar wäre einen Block auf seine legalität zu prüfen. Diese Forderungen stellt z.B. das LG Hamburg immer bei Rapidshare.

Quote
gibt es in Zukunft wahrscheinlich nur noch die Möglichkeit über F2F-Systeme Daten relativ sicher zu tauschen.
Nach deiner Argumentation sind auch diese nicht sicher. Bei Retroshare leitest du ja auch über bis zu 8 Knoten unbekannte Daten weiter. Der letzte der die Daten ausliefert haftet also. Nach der Beschlagnahmung des Rechners kann man die IP des dahinterliegenden Knoten feeststellen.

Quote
Wobei man selbst bei VPN-Provider in Ausland nicht 100% sicher seinen kann, ob diese Informationen an dritte weitergeben oder nicht. 
Da derzeit keine VDS erlaubt ist sind Auslandsdienste sicher. Bis die Hoster die Daten herausgeben hat dein Provider die Zwangstrennung durchgeführt.

Offline Markus

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Re: Entwicklungsfortschritt
« Reply #40 on: June 11, 2011, 05:25:34 PM »
Ähem...der Titel heißt hier Entwicklungsfortschritt, aber die letzten Beiträge sind doch ziemlich off-topic. Ich würde euch deshalb bitten, das Thema Störerhaftung in einem anderen und dafür besser geeigneten Thread zu diskutieren - danke.


Cheers,
Markus

Offline ContractSlayer

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Re: Entwicklungsfortschritt
« Reply #41 on: June 12, 2011, 05:41:17 AM »
Posted by: Markus
Quote
Ähem...der Titel heißt hier Entwicklungsfortschritt, aber die letzten Beiträge sind doch ziemlich off-topic. Ich würde euch deshalb bitten, das Thema Störerhaftung in einem anderen und dafür besser geeigneten Thread zu diskutieren - danke.
Sorry Markus! Klar da hast Du recht.
Könntest du die letzten paar Beiträge nicht verschieben?
Ich selber kann keine neuen Thread eröffnen. Die Option dafür wird schon seit längeren nicht mehr bei mit angezeigt.

Posted by: snsnsnsn
Quote
Derzeit ist für Abmahner nur Bittorrent und Edonkey interessant.
Du willst doch nicht mit diesen Argument behaupten, dass dadurch anonyme Netzwerke sicherer sind!
Mit der Argumentation könntest Du gleich irgendein herkömmliches P2P-System verwenden, dass so gut wie niemand nutzt. Das wäre in dieser Hinsicht genauso "sicher" solange sich kein Abmahnanwalt dafür interessiert, und zudem noch schneller, da die Daten nicht doppelt und dreifach gespeichert oder geroutet werden müssen.
Nebenbei werden Uploader von OneClickHoster auch abgemahnt!
Quote
Dann ist auch der Waffenverkäufer ein Mitstörer. Mit der Waffe kann eine legale Verteidigung (Linux CD) oder Mord (Urheberrechtsverstoß) begangen werden. wurde jemals ein Waffenhändler verurteilt wenn jemand mit Waffenschein diese mißbraucht hat?
Bei einen Verkauf einer Waffe ist der Waffenhändler dazu verpflichtet den Personalausweis, den Waffenschein, das Führungszeugnis ggf. ein fachpsychologisches Gutachten zu überprüfen öfter sogar die Körperliche Eignung. Somit hat der Waffenhändler sein ermöglichtest getan um sich Rechtlich abzusichern.  
Und wie sichert man sich vor der Benutzung von OFF oder anderen anonymen Netzwerken ab?
Vielleicht indem man sich über die Gesetzeslagen des Internetrecht informiert?
Dort steht unter anderen dann auch, dass Unwissenheit nicht vor Strafe schützt!
Und auf die Idee mit der Unwissenheit greift OFF durch der verteilen und verschlüsseln der Dateien zurück. Andere Netzwerke durch das Weiterleiten der Dateien.
Quote
Es handelt sich nach dem XORen nicht mehr um die Originaldateien sondern um neue Daten auf die der Blockersteller das Urheberrecht besitzt.
Das spielt keine Rolle!
Bei OneClickHoster werden die Uploader auch abgemahnt wenn sie Links von Filmen, Spiel usw. in mehrere verschlüsselten RAR-Archivs auf verschiedenen Sharehoster wie Rapidshare oder Megaupload posten und verteilen. Somit können die Uploader ja auch behaupten, dass bei den verschlüsselten und verteilten RAR-Archiven es sich um keine Urheberrechtsverletzung handelt sondern nur um ''Datenmüll'' solange man das Passwort nicht eingibt.  
Quote
Wenn sie dir etwas anhängen wollen biegen die sich das Recht wie sie es brauchen. Die Beweise wären aber nicht gerichtsverwertbar weil du den Inhalt nicht kennst und die Blöcke bereits für eine andere Datei benutzt worden sind, z.B. eine Linux CD. Eine Anklage und Verurteilung ist nicht rechtsstaatlich.
Die Störerhaftung ist ein juristisches, kein technisches Prinzip!
Ich habe doch bereits geschrieben, dass es bei der Störerhaftung nicht um die direkte Täterschaft geht. Als Störer haftet man nicht im strafrechtlichen Sinne und auch nicht auf Schadensersatz, sondern für die Verletzung seiner Prüfpflichten.
Wie die Software heißt und wie sie die Daten verarbeitet ist völlig irrelevant. Sobald "die Gegenseite" von deinem Anschluss (IP-Adresse) aus Urheberrechts verletzende Daten geschickt bekommt, bist Du dabei.
Quote
Nein, Dateitausch ist nicht strafbar. Solange dein Knoten nicht Saugstube oder so heißt muß man dir eine böswillige Absicht nachweisen.
Nur blöd, dass man selber nicht bestimmen kannst, welche Blöcke mit OFF auf der Festplatte gespeichert werden oder welche Dateien man bei anderen anonymen Netzwerken weiterleitet.
Was sollte man bitte vor dem Gericht erzählen, wenn man einen Block oder eine Datei die geschützt ist an die Abmahner weiter geleitet hat???
Legale Sachen wie Urlaubsfotos oder freie Software kann man schneller und einfacher z.B. über Bittorrent oder Oneclickhoster laden.
Quote
Selbstverständlich kannst du das. Nenne mir ein Verfahren das technisch möglich und zumutbar wäre einen Block auf seine legalität zu prüfen. Diese Forderungen stellt z.B. das LG Hamburg immer bei Rapidshare.

Bei der Störhaftung spielt die Legitimität keine Rolle mehr!
Quote
Denn die Stöerhaftung hat sich mittlerweile zur Allzweckwaffe bei der Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen im Internet entwickelt und dient als Schlüssel, um den direkt oder vermeintlich Verantwortlichen haftbar zu machen. Ist unklar, wer die Rechtsverletzung tatsächlich begangen hat, wird oftmals auf das Konstrukt der so genannten Mitstörerhaftung ausgewichen. Hier gilt: Hauptsache man findet irgendjemanden, den man rechtlich zur Verantwortung ziehen kann.
Oft gilt: Mitstörer ist, wer vor dem Gericht steht und nicht mit hundert prozentiger Sicherheit darlegen kann, tatsächlich nicht verantwortlich zu sein.
Gerade im Bereich von offenen Netzwerken wie beispielsweise WLAN steht der Anschlussinhaber schnell vor hohen Kosten und massiven rechtlichen Problemen. Auch als Betreiber eines Blogs, Forums oder einer Website ist man im Zweifel für rechtswidrige Kommentare Dritter oder die Verbreitung nicht lizenzierter urheberrechtlich geschützter Werke verantwortlich und kann in Haftung genommen werden.
Würde OFF oder anderen anonyme Netzwerke bekannter werden, würde es definitiv einige Verfahren geben.
Viel Glück und starke Nerven demjenigen Benutzer der sich damit rumschlagen muss..
Quote
Bei Retroshare leitest du ja auch über bis zu 8 Knoten unbekannte Daten weiter. Der letzte der die Daten ausliefert haftet also. Nach der Beschlagnahmung des Rechners kann man die IP des dahinterliegenden Knoten feeststellen.

Würde dies für eine Hausdurchsuchung reichen?  ::) Es besten keinerlei Beweise, dass man mit einen Freund geschützte Dateien getauscht hat. Man kann RetroShare auch nur als Chat, eMail oder die internen Foren u Channels benutzt haben.
Dazu kommt noch, dass man ohne seine persönliche Passworteingabe RetroShare nicht benutzen kann (sofern diese Option nicht deaktiviert wurde). Auch kann RetroShare per verschlüsselten USB-Stick benutzt werden oder halt die Festplatte auf der RetroShare läuft mit Truecrypt verschlüsseln.
Wenn es sich nicht im Kinderpornographisches Material oder Ähnliches handelt, wird es definitiv nicht zu Hausdurchsuchung kommen.
Das ist viel zu Zeitaufwendig und kostspielig.
Wenn man bedenkt, dass bisher immer per Software die IP-Adressen in Netzwerken und OneClickHoster überprüft werden.
« Last Edit: June 12, 2011, 05:44:59 AM by ContractSlayer »

Offline echelon

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Re: Entwicklungsfortschritt
« Reply #42 on: August 18, 2011, 05:15:02 PM »
Immer wieder diese Mär der Mitstörerhaftung.
Zum einen ist das ein juristisches Gebilde (unabhängig von der Technik dahinter), zum anderen ist die auch sehr schwamming.
Somit: wenn du an einem abgeschlossenem kreis an Leuten (stealthnet, i2p, tor, f2f net, turtlehopping) teilnimmst und wissentlich (ja, du nimmst da teil, also weißt du das auch!) daten weiterleitest, bist du ein Mitstörer. Unerheblich was das für Daten sind, die real durch deine Leitung gehen.
Und nur zum besseren verständnis: auch bei I2P gehen die daten technisch nicht in einem stück durch nur eine Verbindung von der quelle zum ziel, auch dort werden die daten in "blöcke" zerhackt und durch mehrere Wege zum Ziel transportiert. nach der obigen Argumentation somit "sicher" vor der Mitstörerhaftung.
Und noch eines: wenn man die Mitstörerhaftung ernst nimmt, sind auch Provider dran, da sie mit haften und wissentlich illegale Daten transportieren.

Aber wie immer: erstaunlicherweise wurde noch niemand deswegen verurteilt (nicht mal eine anzeige deswegen ist mir bekannt)

echelon

Offline ElGrande-CG

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Re: Entwicklungsfortschritt
« Reply #43 on: August 20, 2011, 08:30:35 PM »
Um mal beim Thema zu bleiben, gibts eigentlich etwas neues von der SN-Entwicklung?

Offline Lars

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Re: Entwicklungsfortschritt
« Reply #44 on: August 20, 2011, 08:35:29 PM »
Um mal beim Thema zu bleiben, gibts eigentlich etwas neues von der SN-Entwicklung?

Also ich habe zwischenzeitlich nichts gemacht. Ob jemand Anderes etwas gemacht hat, weiß ich eigentlich gar nicht, muss morgen mal wieder in Subversion nachsehen. Mach' dir aber keine allzu große Hoffnung.