Author Topic: Bundesregierung plant Internetsperren mit Zugriffsprotokoll  (Read 6786 times)

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Offline Markus

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Bundesregierung plant Internetsperren mit Zugriffsprotokoll
« on: April 21, 2009, 12:18:44 PM »
War ja nicht anders zu erwarten, nachdem man zunächst das Killerargument Kinderpornographie bemüht hat:

Quote
Die Bundesregierung plant, im Rahmen der Internetsperren die Zugriffe auf blockierte Seiten aufzuzeichnen und die Protokolle dem BKA zugänglich zu machen. Darauf weist Schleswig-Holsteins Landesdatenschützer Thilo Weichert hin: "Damit würde sich jeder Internetnutzer schon der Gefahr einer Strafverfolgung aussetzen, wenn er eine ihm noch nicht bekannte Adresse aufruft", kritisiert er.

Quelle: http://www.golem.de/0904/66609.html

Ich gehe davon aus, daß die Sperrliste in absehbarer Zeit um weitere Webseiten erweitert wird:

- Seiten mit politischen Inhalten, die "irgendjemand" ein Dorn im Auge sind
- Blogs, die zur freien Meinungsäußerung dienen
- Seiten, die Rechteinhabern nicht passen (Warez- oder Torrentseiten)

Adios, Grundrechte. War schön, euch gehabt zu haben...:o


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Markus

Offline crypton

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Re: Bundesregierung plant Internetsperren mit Zugriffsprotokoll
« Reply #1 on: April 21, 2009, 09:54:59 PM »

die könnten gleich google mit sperren, dank google findet man ja jede menge seiten die Rechteinhabern nicht passen.

Offline Markus

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Re: Bundesregierung plant Internetsperren mit Zugriffsprotokoll
« Reply #2 on: April 22, 2009, 05:53:07 AM »

die könnten gleich google mit sperren, dank google findet man ja jede menge seiten die Rechteinhabern nicht passen.

Darum wird sich das Zensur...äh...Informationsministerium bestimmt auch noch kümmern. ;)
 


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Re: Bundesregierung plant Internetsperren mit Zugriffsprotokoll
« Reply #3 on: April 22, 2009, 06:21:42 PM »
Ich möchte doch mal kurz meine Verwunderung zum Ausdruck bringen: Wenn in China Webseiten zensiert werden, ist das Geschrei groß - wenn in Deutschland aber der Weg zur Zensur geebnet wird, dann interessiert das so gut wie keinen?! Ehrlich gesagt finde ich das ziemlich traurig, aber sei´s drum: Wenn wir in Deutschland es nicht schaffen, einem solchen Treiben Einhalt zu gebieten, dann haben wir es wahrscheinlich auch nicht besser verdient. :-X




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Offline Nightwalker_z

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Re: Bundesregierung plant Internetsperren mit Zugriffsprotokoll
« Reply #4 on: April 22, 2009, 07:33:40 PM »
Naja - ich für meinen Teil habe still getrauert. Es ist doch immer dasselbe Spiel: Ich finde das alles beschissen, weiss aber nicht was ich tun soll.
Man kann ja auch keinen mehr wählen - es geht vom Regen in die Traufe oder andersrum. Das Instrument Demokratie hat in D absolut versagt, alle Parteien machen in meinen Augen im Endeffekt am Schluß das selbe. Nicht dass ihr mich falsch versteht, ich finde die Demokratie super.... nur an der Umsetzung hapert es hier a bisserl.

Schlußsatz: Alles Scheiße - aber was soll/kann man tun?

Offline Markus

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Re: Bundesregierung plant Internetsperren mit Zugriffsprotokoll
« Reply #5 on: April 22, 2009, 07:58:32 PM »
Naja - ich für meinen Teil habe still getrauert. Es ist doch immer dasselbe Spiel: Ich finde das alles beschissen, weiss aber nicht was ich tun soll.
Du bist ja immerhin noch einer derjenigen, die über solche Dinge informiert sind. Die breite Masse ist das nicht, und wenn ich mir die Berichterstattung in den öffentlichen Medien zu diesem Thema anschaue, dann wundert mich das auch nicht weiter. Hier wird ja ausschließlich die Botschaft vermittelt, daß es um die Bekämpfung von KiPo geht - was aber in Wahrheit hinter diesem perfiden Plan steht, wird natürlich nicht erzählt.

Quote
Man kann ja auch keinen mehr wählen - es geht vom Regen in die Traufe oder andersrum. Das Instrument Demokratie hat in D absolut versagt, alle Parteien machen in meinen Augen im Endeffekt am Schluß das selbe. Nicht dass ihr mich falsch versteht, ich finde die Demokratie super.... nur an der Umsetzung hapert es hier a bisserl.
A bisserl? Ich finde, es wird von Tag zu Tag schlimmer. Leyenschauspieler allerorten, da kann ja nix sinnvolles rauskommen. ::)

Quote
Schlußsatz: Alles Scheiße - aber was soll/kann man tun?
Ist vielleicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber ich tue das, was ich schon seit vielen Jahren tue: Im Freundes- und Bekanntenkreis das erzählen, was die öffentlichen Medien gerne verschweigen. Es kommt zwar nur bei den wenigsten an, aber immerhin machen sich mal ein paar Leute Gedanken darüber, und wenn diese Informationen weitertragen, dann ist immerhin ein gewisser Multiplikationseffekt entstanden.

Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit, den Abgeordneten aus deinem Landkreis oder einem MdB mal ein paar geharnischte Briefe zu schicken, wenn du mit dem Gedanken leben kannst, daß diese sowieso ungelesen im Müll landen...;) Auf www.abgeordnetenwatch.de gibt es ja immerhin eine gewisse Auswahl, wobei sich Vertreter von CDU und SPD hier in der Regel gegenseitig nicht mehr viel schenken - traurig, aber wahr.






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Offline crypton

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Re: Bundesregierung plant Internetsperren mit Zugriffsprotokoll
« Reply #6 on: April 22, 2009, 08:27:26 PM »

Ich denke seit einiger zeit ist die Bundesregierung gegen das Internet, und bringen nur Gesetze um das Internet zu überwachen usw.

Viele Politiker haben null ahnung und machen aber Gesetze fürs Internet oder stimmen fürs Gesetz!
http://www.youtube.com/watch?v=ANmWgzANKTE

intersantes zum thema:
http://www.youtube.com/watch?v=UgDc5fWmoUk
http://www.youtube.com/watch?v=Ch4cijjTURQ
http://www.youtube.com/watch?v=r8Siunw-2mg



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Re: Bundesregierung plant Internetsperren mit Zugriffsprotokoll
« Reply #7 on: April 25, 2009, 09:46:19 PM »
Zum Durchlesen und Nachdenken:

Quote
Warum es um Zensur geht
Da reiben sich gerade so viele die Hände, daß man eigendlich ein beständiges Rauschen hören müsste. Die Idee, das Thema Kinderpornografie als Popanz vorzuschicken, um das nun geplante Internet-Zensursystem einzuführen war aber auch wirklich eine richtig gute. Hat das ja zuvor mit den Themen Terrorismus und Internet-Kriminalität nicht wirklich hingehauen, kann man hier spitzenmäßig mit dem Holzhammer wedeln und Kritiker einfachst diffamieren, indem man die eigentliche Kritik ignoriert und ihnen vorwirft, sie wollten die Verbreitung von Kinderpornografie schützen. Wie schnell schon der Vorwurf zum beruflichen und gesellschaftlichen Tod führen kann, zeigte man nur wenige Wochen zuvor ja schonmal anschaulich am Exempel Tauss (der übrigens natürlich nicht im Netz "erwischt" wurde, sondern über Handykontakte und DVDs per Post).
Aber ich schweife schon wieder - wie es durch die Wahl dieses Themas ja auch gewünscht ist - ab.
Denn das Problem, das die Kritiker haben, ist ja natürlich nicht, daß man den Zugang zu Kinderpornografie sperren will, sondern das Sperrinstrumentarium, das man dazu baut. Schaut man sich das an, merkt man schnell: Es geht nicht um Kinderpornos und wie man dagegen vorgeht. Ging es nie.
Es geht um die Installation eines generellen technischen Systems und die generelle Art und Weise, wie es betrieben wird: Es geht darum, daß eine waschechte, diesen Namen zu Recht tragende, Zensur ermöglicht wird. Auch wenn die zunächst gesperrten Websites tatsächlich nur Kinderpornografie beinhalten (was die Liste eigentlich extrem kurz halten müsste) wäre sowohl die Technik, die Verwaltung und sogar die Psychologie installiert, um sofort eine effektive Zensur betreiben zu können.

Technik
Die Provider sollen ihre Nameserver so umbauen, daß Webseiten, die das BKA aussucht und ihnen nennt, nicht erreichbar sind und dem Nutzer bei Aufruf stattdessen eine Sperrseite angezeigt wird. Gleichzeitig soll das BKA jederzeit abrufen könne, welche Nutzer auf Webseiten aus dieser Liste zugreifen wollten und stattdessen auf die Sperrseite geleitet wurden.
Ein normaler Internetnutzer, der seinen Nameserver nicht auf einen freien DNS-Server umstellt, sieht bestimmte Seiten nicht und erhält die Mitteilung, er wolle sich gerade Kinderpornografie ansehen. Ob das stimmt, weiß er nicht und nachprüfen darf er das auch nicht, da ja schon die Suche nach Kinderpornografie strafbar ist. Der Nutzer muss sich in diesem Moment weiterhin im Klaren sein, daß er gerade etwas getan hat, was das BKA als illegal ansieht und als Grund ansehen kann, gegen ihn vorzugehen.
Die allein schon technisch verursachten Risiken für jeden Internetnutzer sind immens, noch dazu, weil man damit auch noch eine perfide Beweisumkehr eingebaut hat: Sie müssen künftig ihre Unschuld beweisen, z.B. daß sie "versehentlich" die gesperrte Seite angesteuert haben. Viel Spaß beim Versuch, Richtern TinyUrls, iFrames, Rootkitangriffe, Hidden Scripting und so weiter zu erklären, wenn Sie überhaupt wissen, was das ist.
Die Lösung zunächst: Den Nameserver umstellen, um sich dieser Gefahr vollständig zu entziehen. Geht schnell und kann jeder.
Die Technik ist allerdings interessanterweise das kleinste Problem in dieser ganzen Geschichte. Es gibt Staaten, die in ihren Zensurbemühungen schon wesentlich weiter sind. Die Menschen dort können dennoch sowohl anonym als auch unzensiert das Internet benutzen. Das Internet ist von Nerds gebaut worden. Ein Staat kann da so viel fordern wie er will, er wird das Netz auf technischer Ebene never ever kontrollieren können.

Verwaltung
Hier liegen die springende Punkte, die das Ganze zum Zensurinstrument machen:
1. Die gesperrten Inhalte stehen auf einer Liste, die das BKA direkt und ohne Prüfungsinstanz erstellt und die die Provider möglichst ohne sie anzuschauen zu installieren haben. Es entscheidet kein Richter über den Inhalt, es überprüft keine unabhängige Institution über die Rechtmäßigkeit, es gibt keine Regelung, wie Adressen überhaupt wieder von der Liste gelöscht werden könnten. Die Polizei, die Verbrecher verfolgt, bestimmt, welcher Wunsch nach welcher Information ein Verbrechen ist. Vorab zu definieren, was ein Verbrechen ist und hinterher darüber zu entscheiden, ob ein Verbrechen begangen wurde ist aber nicht Aufgabe der Polizei.
2. Die Liste ist geheim. So lange diese Liste nicht in die Öffentlichkeit gerät kann alles drinstehen und nichts davon muss gerechtfertigt werden. Wer das in Frage stellt wird zum Verdächtigen. Wie Zensur in Reinform eben funktioniert.
3. Der Gesetzentwurf ist schwammig genug, daß das BKA im Prinzip alles in die Liste setzen kann. Da im Web jeder Inhalt nur einen Klick weiter vom letzten entfernt ist und das Gesetz möchte, daß auch "mittelbare" Seiten gesperrt werden können, kann somit de facto auch jede Seite gesperrt werden.
4. Das System soll die direkte Verfolgung von Zugriffen erlauben. es wird nicht nur gesperrt, sondern es kann auch nachgeschaut werden, wer sich die gesperrten Seiten ansehen will. Dies kann dann Anlass für verdeckte Überwachungen, Hausdurchsuchungen und andere existenzbedrohende Vorgänge sein.
Die Staatsanwälte dieses Landes üben ja seit einiger Zeit kräftig an der Vorverurteilungsfront, indem Sie inzwischen gerne mal Pressemitteilungen über eingeleitete Verfahren rausgeben und die Presse direkt zu möglichst spektakulär und öffentlichkeitswirksam inszenierten Verhaftungen mitnehmen (Zumwinkel, Tauss, Frau B.).

Psychologie
Womit wir schon beim gewünschten Effekt von Zensur sind: Die Einführung der Schere im Kopf. Die wirksame Selbstzensur, weil man nicht weiß, was eventuell passiert, wenn man zu laut und deutlich Kritik äußert. Die Geheimhaltung der Sperrliste und ihre völlige Unverbindlichkeit durch das Fehlen jeglicher Kontolle ist ein bewußt eingesetzes Instrument, um Verunsicherung zu erzeugen.
Ein anderes ist die Verknüpfung mit dem Thema Kinderpornografie, womit wir wieder am Beginn dieses Artikels wären. Man weiß ja inzwischen, daß auch nur der leiseste Ruch, man könnte eventuell irgendwas mit Kindesmissbrauch und Pädophilen zu tun haben, die Existenz vernichten kann, selbst wenn hinterher rauskommt, daß tatsächlich nichts an den Vorwürfen dran war. Wie nahezu generell nichts rauskommt. Das ist ein so extrem starkes und wirksames Druckmittel, was natürlich beispielsweise ein Herr Gorny sofort erkennt, weil sein Versuch, diese Schere im Kopf einzuführen (durch den Versuch, Filesharing als schreckliches Verbrechen zu diskriminieren), wirkungslos blieb und er sich nun an den besser funktionierenden Trigger dranhängt (indem er Urheberrechtsverletzung mit Kindesmissbrauch gleichsetzt).
Die Justizministerin gibt dann noch Tipps in die richtigen Richtungen, die natürlich prompt reagieren. Überhaupt, das mal ganz nebenbei, finde ich es immer wieder seltsam, daß Frau Zypries immer wieder als Warnerin vermittelt wird. Dabei war - so sagt sie zumindest - sie es, die den Gesetzentwurf gegenüber dem Vorabvertrag von Frau von der Leyen verschärfen ließ und dieser nun schon den Zugriff auf Stopp-Seiten verfolgen lassen will.

Um die Frage zu beantworten, warum und wann es in einer Gesellschaft überhaupt dazu kommen kann, daß ein Teil davon meint, einen solchen Eingriff vornehmen zu müssen und der andere Teil (zu dem ich u.a. mich zähle) darin ein so massives Unrecht sieht, das es zu bekämpfen gilt, kann man sich bitte den Artikel "Kampf der Kulturen" drüben bei netzpolitik.org durchlesen.

Mit ausdrücklicher Genehmigung von http://www.jensscholz.com/index.htm


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Markus

Offline crypton

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Re: Bundesregierung plant Internetsperren mit Zugriffsprotokoll
« Reply #8 on: April 25, 2009, 11:14:13 PM »

Danke Markus ist sehr intressant.

Wieviel kostet das wenn sie das umsetzen wollen?
Und wenn alle es umgehen können war es ja alles um sonst.

Quote
(durch den Versuch, Filesharing als schreckliches Verbrechen zu diskriminieren),
Filesharing als schreckliches verbrechen wie soll man das aufhalten? man kann es nicht aufhalten,
wenn was zerstört wird kommt das nächste und FileSharing ist ja nicht illegal.

Oh man dann müsste man jedes Programm verbieten das Dateien runter oder hochläd.
Wenn Politiker das wort "FileSharing" hören bedeutet für die gleich als illegal.

Keine plan was ist nur da los bei unserer Regierung? :o
was kommt dann als nächstes?

1.Vorratsdatenspeicherung
2.Bundestrojaner
3.Internetsperren mit Zugriffsprotokoll

Dann sollten wir mal das internet abschaffen und fangen von neu an oder?









« Last Edit: April 25, 2009, 11:28:25 PM by crypton »

Offline SupersurferDeluxe

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Re: Bundesregierung plant Internetsperren mit Zugriffsprotokoll
« Reply #9 on: April 27, 2009, 05:49:23 AM »
Mein Nameserver ist schon seit einiger Zeit umgestellt, eine Liste vertrauenswürdiger Domain Name Server (DNS), siehe z.B. hier:

https://secure.wikileaks.org/wiki/Alternative_DNS/de

Zudem kann man überlegen die DNS Zugriffe zu minimieren, indem z.B. die interne Datenbank auf 2 Tage Vorhaltezeit erweitert wird und dergleichen. Natürlich ist auch das TOR Netzwerk diesbezüglich wieder interessant, allerdings sollte man sich dabei wie immer im Klaren sein, dass man mit TOR die Sicherheit der Anonymität (welche IP Adresse hat den Content angefordert?) mit der Unsicherheit der Übertragung (welche Daten werden übertragen? Wer liest unverschlüsseltes mit?) eintauscht und ein höheres Risiko eingeht, dass die Übertragung ausgewertet/abgehört wird. Wer also Passwörter, Mailadressen, Webmailer etc. mit TOR überträgt/nutzt, der sollte auf eine sichere Übertragung bzw. Verschlüsselung achten, da diese Daten sonst wohl in China, dem CIA, dem BKA oder einfach irgendwelchen Möchtegernhackern mitgelesen werden. Denn Anonymität der Anfrage (von welcher IP Adresse?) heißt noch lange nicht Anonymität der Übertragung an sich. Am Beispiel der Postkarte wirds vielleicht klar: gebe ich keinen Absender an, kann der Postbote, oder alle anderen, durch deren Hände (=TOR-Server) die Postkarte geht, zwar nicht direkt ausmachen WER geschickt hat, aber WAS geschickt wurde sieht jeder sofort mit einem Blick aufs unverschlüsselte Datenpaket äh Postkarte und das wiederum identifiziert z.B. doch jemanden der sein Mailpostfach unverschlüsselt über TOR abruft und unverschlüsselt einloggt oder ermöglicht Paßwörter/Mailadressen auszuspionieren. Ein gefundenes Fressen für Geheimdienste, Wirtschaftsspione und Hacker. Sollte ja den meisten hier bekannt sein, wollte es nur nochmal erwähnen.

Offline Nemo

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Re: Bundesregierung plant Internetsperren mit Zugriffsprotokoll
« Reply #10 on: April 27, 2009, 08:29:37 AM »
Wer also Passwörter, Mailadressen, Webmailer etc. mit TOR überträgt/nutzt, der sollte auf eine sichere Übertragung bzw. Verschlüsselung achten, da diese Daten sonst wohl in China, dem CIA, dem BKA oder einfach irgendwelchen Möchtegernhackern mitgelesen werden. Denn Anonymität der Anfrage (von welcher IP Adresse?) heißt noch lange nicht Anonymität der Übertragung an sich. Am Beispiel der Postkarte wirds vielleicht klar: gebe ich keinen Absender an, kann der Postbote, oder alle anderen, durch deren Hände (=TOR-Server) die Postkarte geht, zwar nicht direkt ausmachen WER geschickt hat, aber WAS geschickt wurde sieht jeder sofort mit einem Blick aufs unverschlüsselte Datenpaket äh Postkarte und das wiederum identifiziert z.B. doch jemanden der sein Mailpostfach unverschlüsselt über TOR abruft und unverschlüsselt einloggt oder ermöglicht Paßwörter/Mailadressen auszuspionieren. Ein gefundenes Fressen für Geheimdienste, Wirtschaftsspione und Hacker. Sollte ja den meisten hier bekannt sein, wollte es nur nochmal erwähnen.
Hierzu noch eine Präzisierung: Nicht alle TOR-Server können anonyme Datentransfers durchs TOR-Netzwerk mitlesen, sondern nur die Exit-Nodes (Übergänge ins Internet) oder auch die Anbieter von Hidden Services (anonyme Serverdienste im TOR-Netzwerk).

Mit der Postkarten-Analogie das Zwiebelschalenprinzip erklärt: Die Postkarte enthält die Zieladresse und als Absenderadresse den Exit-Node. Sie wird in einen Briefumschlag (mit Vorhängeschloss geschützt  ;D) gesteckt, Absender ist der mittlere TOR-Server der Kette und Empfänger ist der Exit-Node. Drum herum nochmals einen versiegelten und abgeschlossenen Briefumschlag, Absender ist der erste TOR-Server der Kette und Empfänger ist der mittlere TOR-Server. Und drum herum ist nochmals ein derartiger Briefumschlag, dabei bin ich der Absender und der erste TOR-Server ist als Empfänger drauf. Somit kann die Postkarte nur auf dem Weg vom letzten Hop zum endgültigen Ziel gelesen/überwacht/manipuliert werden.

MfG,
Nemo.

Offline SupersurferDeluxe

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Re: Bundesregierung plant Internetsperren mit Zugriffsprotokoll
« Reply #11 on: April 27, 2009, 10:04:37 AM »
@Nemo

Vollkommen richtig erklärt, war da etwas zu ungenau in der Ausführung heute morgen, meinte natürlich den TOR-Exitserver und alle "normalen" Server danach auf dem Weg zum Ziel.

Offline crypton

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Re: Bundesregierung plant Internetsperren mit Zugriffsprotokoll
« Reply #12 on: April 27, 2009, 10:21:49 AM »
danke SupersurferDeluxe für intressanten link.

DNS-Server ändern auf Windows und Ubuntu
http://www.sempervideo.de/?p=3082

Unschuldig im Fadenkreuz:
Quote
In diesem VideoTutorial wird gezeigt, warum das geplante “Loggen” und Auswerten der Zugriffe auf die demnächst geplanten Stopp-Seiten des BKA für Sie mehr Probleme bereiten kann, als evtl. angenommen.
http://www.sempervideo.de/?p=3420

Von der Leyen: Nur versierte Nutzer können Sperren umgehen
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Das Team von SemperVideo.de fragt sich, ob damit gemeint sein soll, das jeder der diese “Sperre” umgehen kann, in den Augen der Frau Ministerin, ein Pädokrimineller ist. Das Umgehen dieser “Sperre” lernt man ihrer Meinung nach durch Schulung “im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft”.

Wir sind uns ziemlich sicher, dass man bei jedem IT-Grundlagenkurs an einer guten Volkshochschule (VHS) ebenfalls solch ein Wissen erwerben kann. Sitzen da demnach auch nur Pädokriminelle?
http://www.sempervideo.de/?p=3416
« Last Edit: April 27, 2009, 05:26:51 PM by crypton »

Offline Markus

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Re: Bundesregierung plant Internetsperren mit Zugriffsprotokoll
« Reply #13 on: April 27, 2009, 02:03:12 PM »
Leider habe ich gerade den Link nicht zur Hand, aber am Wochenende habe ich ein sehr interessantes Interview zum Thema Zugriffssperren entdeckt. Dort war die Rede von Zwangsproxies, über die der Zugang zu Webseiten kontrolliert werden kann - sowas kannte ich bislang nur von reinrassigen demokratischen Staaten wie Saudi-Arabien. ;)
 


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Offline crypton

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Re: Bundesregierung plant Internetsperren mit Zugriffsprotokoll
« Reply #14 on: May 04, 2009, 02:44:56 PM »

Und DNS Server werden sie bestimmt dann auch sperren?