Author Topic: Kritische Frage zu Freenet 0.7  (Read 3928 times)

0 Members and 1 Guest are viewing this topic.

Offline hummel

  • Elite
  • *****
  • Posts: 429
  • Karma: +12/-0
    • View Profile
Kritische Frage zu Freenet 0.7
« on: December 22, 2007, 07:41:08 PM »
Da nun das Opennet implementiert wurde, werden sich die Entwickler vermutlich die nächste Zeit mit premix routing resp. pre-tunnelling beschäftigen. Das Problem ist nur, dass dies in einem Opennet eben nur bedingt von Nutzen ist (http://wiki.freenetproject.org/OpennetAttacks). Wohl aus diesem Grund (davon ausgehend, dass die Benutzung von Freenet eines Tages per se verboten sein wird) nimmt Toseland an, dass das Opennet nur ein Übergangsstadium darstellt, weil irgendwann alle in das Darknet eingebunden sein werden. Dafür braucht man aber natürlich genügend Freunde, denen man vertrauen kann. Und hier liegt der Hund begraben. Diese These bzw. Zukunftsvision finde ich mit Verlaub utopistisch.
Ja selbst wenn Freenet einmal so verbreitet wäre wie eMule oder Bittorrent, wer von uns hat denn so viele reale Freunde, dass mind. 5-10 im Durschnitt online sind und die Applikation benutzen?
Klar könnte man sagen, dass man den Freunden eines Freundes (wenn man mal einen realen Freenet-Freund hat) eher vertrauen kann, und deshalb mit diesen auch eine direkte Verbindung aufbauen könnte (analog Facebook oder StudiVZ). Aber selbst in diesem Fall halte ich die Vorstellung eines globalen Darknets für völlig unrealistisch. Denn auch wenn es genügend Leute gibt, die sich fürs Filesharing an sich interessieren würden, wieviele werden wohl angesichts der hochkontroversen Inhalte in Freenet, die es ja jetzt schon zuhauf gibt, zurückschrecken?

Was meint ihr denn dazu?

Offline Nemo

  • Global Moderator
  • Elite
  • *****
  • Posts: 1303
  • Karma: +27/-0
    • View Profile
Re: Kritische Frage zu Freenet 0.7
« Reply #1 on: December 23, 2007, 11:47:14 AM »
[...] Wohl aus diesem Grund (davon ausgehend, dass die Benutzung von Freenet eines Tages per se verboten sein wird) nimmt Toseland an, dass das Opennet nur ein Übergangsstadium darstellt, weil irgendwann alle in das Darknet eingebunden sein werden. Dafür braucht man aber natürlich genügend Freunde, denen man vertrauen kann. Und hier liegt der Hund begraben. Diese These bzw. Zukunftsvision finde ich mit Verlaub utopistisch.
Ja selbst wenn Freenet einmal so verbreitet wäre wie eMule oder Bittorrent, wer von uns hat denn so viele reale Freunde, dass mind. 5-10 im Durschnitt online sind und die Applikation benutzen? [...]
Im Idealfall kennt und vertraut man Freenet-Freunden zu 100%, dann hat man ein Darknet und idealerweise kann dieses Netz nicht von Angreifern infiltriert werden.
Realistischerweise sehe ich es so, dass das Opennet als Einstieg und Kontaktbörse genutzt wird. Bei genügendem Vertrauen in andere Pseudonyme können Darknet-Referenzen ausgetauscht werden, mit dem Risiko, dass nun die realen Internet-Identitäten aufgedeckt werden können. Es wird sich dann ein Kompromiss zwischen perfektem Darknet und reinem Opennet ausbilden.

MfG,
Nemo.