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Anonymes Filesharing (Deutsche Sektion) => Anonymes Filesharing FAQ (deutsch) => Topic started by: Markus on February 07, 2005, 08:50:30 PM

Title: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Markus on February 07, 2005, 08:50:30 PM
Update 2005-10-27: Beschreibungen ergänzt bzw. aktualisiert
Update 2005-11-17: Beschreibung um Entropy ergänzt
Update 2006-07-17: Beschreibung um RShare ergänzt
Update 2006-12-20: Beschreibungen aktualisiert und Hornet P2P aus Übersicht entfernt
Update 2007-01-25: Beschreibung von RShare aktualisiert
Update 2007-04-19: Beschreibung von MUTE aktualisiert
Update 2007-06-12: Beschreibung von RShare aktualisiert und um StealthNet ergänzt
Update 2007-06-12: Beschreibung von HornetP2P entfernt


Da die Frage immer wieder gestellt wird und vielen Newbies auf diesem Gebiet erst einmal komplett der Überblick fehlt, möchte ich versuchen, mit diesem Kurztest einen Vergleich zu liefern. Ich gehe ganz bewußt nicht allzu sehr auf die technischen Details ein, sondern versuche mich mehr auf die Punkte Usability und generelle "Alltagstauglichkeit" zu konzentrieren. Obwohl ich mich bemühe, so objektiv wie möglich zu bleiben, wird mir dies sicher nicht immer gelingen. Deshalb gilt: Was mir persönlich nicht so gut gefällt, kann für jemand anders der absolute Knaller sein; aus diesem Grund kann ich jedem nur empfehlen, die ganzen hier beschriebenen Programme einfach mal zu testen - Hilfe wird man hier im Board bestimmt finden...:)

Eines vorweg: Ich gebe keine Garantie dafür, daß diese Übersicht absolut fehlerfrei und absolut korrekt ist. Generell bin ich für Hinweise auf falsche Angaben bzw. Verbesserungsvorschläge immer dankbar 8) Zum besseren Verständnis weise ich noch darauf hin, daß ich die Bezeichnung "anonyme Netzwerke" im folgenden Text mit aN abkürzen werde, andernfalls tippe ich mir wahrscheinlich die Finger wund ;)

Zu guter Letzt weise ich noch darauf hin, daß die Übersicht keinesfalls vollständig ist. Dafür habe ich all jene Programme berücksichtigt, die zum aktuellen Zeitpunkt funktionieren und nicht bloß als Prototypen existieren.

So, genug der vielen Worte. Es geht los, und zwar alphabetisch mit

1. ANts

ANts existiert seit ca. einem(?) Jahr und war zusammen mit MUTE eines der ersten massenkompatiblen aN. Massenkompatibel deshalb, weil es wie MUTE im Vergleich mit Freenet schon fast simpel zu bedienen ist. Sogar ein unerfahrener User sollte in der Lage, ANts zu bedienen. Eine Java-GUI greift einem hierbei unter die Arme, wobei genau diese GUI meiner Meinung nach schon wieder zuviel des Guten ist. So genehmigt sich eine ANts-Instanz durchaus mal ca. 70 MB(!) Hauptspeicher, und das ist mir persönlich etwas zu happig. Daran kann auch die Mehrsprachigkeit von ANts nichts ändern, die z.B. auch deutschen Sprachsupport bietet.

Obwohl Roberto Rossi AKA Gwren (der Autor von ANts) wirklich fleißig an seinem Programm arbeitet und auf jeden Fall wöchentlich Updates für ANts herausbringt, kann es im Extremfall auch zu täglichen(!) Updates kommen. Einerseits sind Bugfixes gut und recht, andererseits ist genau das der Knackpunkt bei ANts: Durch die häufigen Updates befindet sich das ANts-Netz meistens in einem instabilen Zustand, was wiederum zu äußerst schlecht oder gar nicht funktionierenden Downloads führt. ANts ist genauso wie seine Mitbewerber immer noch ein sehr kleines aN, hat jedoch durchaus noch Potential und wenn sich das Netz erst einmal stabilisiert hat, ist es ein durchaus interessanter Kandidat für anonymes Filesharing.

Ach ja, eine Besonderheit ist noch der in ANts integrierbare Webserver. Dieser ist allerdings nicht Bestandteil von ANts, sondern muß separat installiert werden (Apache, Xitami, IIS usw.). Die Einbindung dieses Webservers in ANts erlaubt anonyme Websites im ANts-Netz, wenn es denn funktioniert (was in meinen zahlreichen Tests leider nie der Fall war!).

Fazit: Eine fehlende Konsolenversion ohne grafischen Schnickschnack macht das Programm für Linux-User erst einmal uninteressant, insbesondere dann, wenn man es auf einem Host mit wenig Hauptspeicher laufen lassen möchte (< 128 MB). Wer bereit ist, jedes der Updates einzuspielen und Wert auf eine aufgemotzte bunte Oberfläche legt, ist mit ANts nicht am schlechtesten bedient. Die Verfügbarkeit von Dateien hält sich zwar noch in Grenzen, nimmt aber im Vergleich zum Stand vor einem halben Jahr deutlich zu.

Update 2007-01-25:
Das letzte Update von ANts liegt schon Monate zurück, und sowohl Anzahl der User als auch die Inhalte sind spürbar weniger geworden. Wenn das so weitergeht, dann wird ANts eines Tages das Schicksal von MUTE teilen.

Update 2007-06-12:
Ich gelange immer mehr zu der Überzeugung, daß es keine weiteren ANts-Releases mehr geben wird. Es sieht auch nicht danach aus, als hätte ein anderer Entwickler Interesse daran, ANts in dieser oder in einer anderen Form weiterzuentwickeln.


2. Freenet

Der Text zu Freenet wurde von Nemo geschrieben, deshalb erstmal ein fettes thx! an dieser Stelle an ihn :D

Freenet ist ein anonymes P2P Netzwerk, welches wie eine riesige verschlüsselte Festplatte funktioniert (wie Entropy oder vergleichbar mit GNUnet). Das Projekt existiert schon seit Anfang 2000 und das P2P Netzwerk ist berüchtigt für die Langsamkeit, Benutzerunfreundlichkeit und die Diskussionen über unerwünschte Inhalte.
Jeder Benutzer, der einen Freenet Knoten betreibt, stellt Speicherplatz auf der Festplatte und Bandbreite zur Verfügung. Inhalte (Dateien, Webseiten) werden beim Einfügen ins Netzwerk verschlüsselt, aufgesplittet und auf mehrere andere Knoten verteilt. Da niemand weiss, welche Daten wo abgelegt worden sind, ist das Netzwerk anonym und zensurresistent. Nach dem Einfügen der Daten bleiben sie solange abrufbar, bis sie nicht mehr weiter angefordert und von anderen Daten verdrängt werden. Somit kann man nach dem Upload von Dateien oder der eigenen Freesite offline gehen, und die Daten bleiben weiterhin abrufbar.

Aus der Sicht der Benutzer:

    * Der Freenet Knoten ist plattformunabhängig, da in Java geschrieben
    * Ein Freenet Knoten braucht viel RAM und viel Rechenleistung. Der Knoten muss mehrere Stunden am Stück laufen, um optimal zu funktionieren. Die Integrationsphase eines neuen Knotens kann bis 24h betragen, danach "kennt sich der Knoten aus" und die Inhalte werden schneller gefunden. Sobald man viele eingehende Verbindungen aus dem Internet bekommt, läuft Freenet flüssiger (=>NAT/Firewall richtig einstellen!)
    * Sobald der Knoten läuft, kann man mit viel Geduld (mehrere Minuten, halbe Stunde) die anonymen Freesites per Browser ansurfen. Viele Freesites werden nicht mehr aktualisiert und sind somit teilweise oder komplett aus dem Netzwerk verschwunden
    * Mittels Client Programmen (Übersicht1, Übersicht2) kann man wie mit einem Downloadmanager einfach viele Dateien aus dem Freenet herunterladen oder ins Freenet einfügen (=>FUQID), mit anderen Benutzern in einem Forum Nachrichten und Dateien austauschen (=>Frost) oder seine eigene Freesite einfügen (=>FIW)
    * Wie schon erwähnt, kann Freenet Webseiten (sog. Freesites) aufnehmen. Diese Seiten dürfen nur statisch sein (keine Scripte möglich) und sind beim Einfügen und beim Browsen ziemlich träge. Freenet übernimmt das zensurresistente Hosting; einmal im Freenet, bleiben diese Informationen für ein paar Wochen darin.
    * Freenet ist nicht für Realtime-Anwendungen geeignet. Es eignet sich für alle Anwendungen, wo Zeit keine grosse Rolle spielt. Freenet übernimmt die Rolle der Datenspeicherung und -verteilung, es liegt an den Applikationsentwicklern, nützliche Clientprogramme zu schreiben... Übrigens ergänzen sich Freenet und I2P, denn I2P eignet sich für alle Realtime-Applikationen (Chat, IM, CVS, ...)

Fazit: Für den Anfänger der denkbar ungeeignetste Einstieg in die die Welt der aN, zumal Freenet auch nicht primär für Filesharing entwickelt wurde.

3. GNUnet

GNUnet ist wahrscheinlich neben Freenet das am längsten existierende aN, wobei es von der Popularität her eher die hinteren Plätze belegt. Dies dürfte größtenteils darauf zurückzuführen sein, daß GNUnet lange Zeit nicht für Windows verfügbar war, sondern ausschließlich per CLI (Command Line Interface) auf Linux seine Stärken ausspielen durfte. Eine funktionale und schlanke GUI gibt es mittlerweile sowohl für Linux als auch für Windows, außerdem gibt es auch eine Windows-Version von GNUnet. Da der Maintainer der Windows-Version hier im Board im GNUnet-Forum auch aktiv ist, sind Fragen zu GNUnet dort bestens aufgehoben 8)

Den folgenden Teil habe ich einfach aus einem Beitrag von Nils übernommen, da er kurz und bündig die wichtigsten Aspekte von GNUnet beleuchtet:

--- snip ---

GNUnet wird seit über drei Jahren von mehreren Freiwilligen weltweit entwickelt. Es unterliegt der GPL und ist die offizielle P2P-Software des GNU-Projekts.
Die weitere Entwicklung von GNUnet wird daher eher nicht von Spenden abhängig sein... Roll Eyes

Grundsätzlich kommen bei GNUnet die Themen Sicherheit, Anonymität, Schutz vor "freeloading" und Abstreitbarkeit an erster Stelle. Erst an zweiter Stelle kommt Geschwindigkeit. Deshalb sollte man keine 80 KB/s-Downloads erwarten.

--- /snip ---

Wer eine riesige Anzahl von Dateien zum Download sucht, sollte sein Augenmerk besser auf ein anderes aN richten, denn die Auswahl bei GNUnet ist sehr beschränkt. Wie Nils bereits geschrieben hat, darf man auch keine allzu hohen Downloadraten erwarten, dafür wird mehr Wert auf Anonymität und damit verbunden auch Sicherheit für Teilnehmer im GNUnet gelegt.

Fazit: GNUnet wird aufgrund der Verfügbarkeit einer Windows-Version sicher noch ein paar User als Nodes gewinnen können, aber ob sich die Teilnehmerzahl wirklich in größerem Maße entwickeln wird, muß sich erst noch herausstellen.

Update: 2006-20-12

Da ich nicht glaube, daß Hornetp2p jemals weiterentwickelt wird, nehme ich es aus dieser Übersicht raus.


4. I2P

Obwohl I2P ebenfalls zu den eher weniger populären Vertretern zählt, sehe ich darin ein gewaltiges Potential. Zum einen ist I2P keine Ein-Mann-Show, sondern es steckt ein engagiertes Entwicklerteam dahinter, das etwas von seinem Job versteht, zum anderen bietet I2P wesentlich mehr Möglichkeiten als seine Mitbewerber. Neben Filesharing via I2P-BitTorrent setzen noch eine ganze Reihe anderer Services auf I2P auf, wie z.B. Chat, Mail oder Websites - selbstverständlich alles anonym  :D Weitere Anwendungen sind bereits in Entwicklung, wie z.B. ein natives Filesharing-Tool.

Gemessen an der Leistungsfähigkeit von I2P ist es auch für Einsteiger erstaunlich leicht zu bedienen. So kommt die Windows-Version mit einem Installer daher, mit dem sich I2P schnell und einfach installieren läßt. Wer langsam einsteigen und deshalb zunächst nur BT via I2P nutzen möchte, muß nichts weiter tun, als den I2P Router und nach ein paar Minuten Wartezeit den I2P BT Client mit den passenden torrent files zu starten - fertig! (siehe dazu auch mein Tutorial zum Thema I2P-BT im deutschen I2P-Forum)

Etwas aufwendiger wird dann die Konfiguration einer eigenen anonymen Website, im I2P-Jargon "eepsite" genannt; allerdings ist auch das kein unlösbares Problem. Da ich sowieso zur Zeit am meisten mit I2P herumspiele, plane ich für die nächste Zeit noch ein Tutorial speziell zum Thema "Installation/Konfiguration von eepsites im I2P-Netz". Selbstverständlich ist I2P mit seinen Möglichkeiten damit noch lange nicht am Ende, ganz im Gegenteil: Sich mit den vielen Möglichkeiten von I2P auseinander zu setzen macht richtig Laune :)

Das einzige, was ich momentan an I2P auszusetzen habe, ist die Tatsache, daß es in Java geschrieben ist ;) Man darf sich allerdings nicht vom leicht bedienbaren I2P BT Client täuschen lassen, denn wer wirklich tiefer in die Materie einsteigen möchte, sollte schon etwas Erfahrung zum Thema aN gesammelt haben, denn spätestens beim Zugriff auf die Router-Console geht es ans eingemachte...

Fazit: An meiner Einschätzung bzgl. I2P hat sich nichts geändert, ganz im Gegenteil: Mit den Versionen ab 0.6.x läuft I2P sehr stabil, und obwohl I2P nicht primär für anonymes Filesharing entwickelt wurde, funktionieren P2P-Anwendungen wie I2P BT und i2phex einwandfrei damit. Die große Bandbreite an verfügbaren Services wie Mail, IRC und Websites machen I2P zum perfekten Werkzeug für alle, die an einem gut funktionierenden aN interessiert sind. 

5. MUTE

Als ich Planet Peer im Oktober 2003 ins Leben gerufen habe, war MUTE zu diesem Zeitpunkt ein absoluter Knaller. Außer Freenet und GNUnet gab es damals nichts, was für den Durchschnittsuser tauglich gewesen wäre. Es ist durchaus nicht vermessen zu behaupten, daß MUTE die Ära der "bedienbaren" (immer gemessen an der Handhabung von Freenet ;)) anonymen P2P-Clients bzw. Netzwerke eingeläutet hat. Obwohl es seinerzeit viele Klagen über die für Windoze-User ungewohnte GUI gab (MUTE verwendet wxWindows, eine plattformunabhängige Bibliothek zur Gestaltung von GUIs), wurden es doch immer mehr User, die sich schließlich dafür interessierten.

Im Lauf der Zeit gab es schließlich zwei weitere MUTE-kompatible Projekte, nämlich MUTE MFC und NapShare. Während MUTE MFC ausschließlich für Windows verfügbar ist (MFC = Microsoft Foundation Classes), gibt es NapShare sowohl für Windows als auch für Linux. MUTE MFC bietet neben einer schöner designten Oberfläche auch Multilanguage Support, während NapShare hauptsächlich mit seinem Automation Support glänzt. Beide Spin-Offs setzen auf der Codebasis von MUTE auf, das nach wie von Jason Rohrer in Eigenregie entwickelt wird.

Während aN wie ANts konsequent auf end-to-end encryption setzen (der komplette Traffic wird verschlüsselt), hält Jason Rohrer das für unnötig. Das warum und weshalb wird ausführlich auf der MUTE Website erläutert, ich möchte deshalb auch nicht näher darauf eingehen. Da die Entwicklung von MUTE hauptsächlich von Jason abhängig ist (obwohl Nate und JROC mittlerweile auch selber interessante Features einbauen) , werden schon lange gewünschte Features wie Multisource downloads nur sehr träge implementiert - von swarming ist bis heute noch nichts zu sehen. Wenn Nate und JROC nicht selber eine Resume-Funktion entwickelt hätten, wäre dieses wahrscheinlich immer noch nicht enthalten ;)

Damit komme ich auch zu meiner Kritik an MUTE: Wie man aus dem Text herauslesen kann, wird MUTE nicht von einem Team, sondern von einer einzelnen Person entwickelt. Das ist auch der Grund für den Mangel an Features wie z.B. Swarming/Multisource downloads. Obwohl manche Leute das Gegenteil behaupten, eignet sich MUTE (noch) nicht für die Verteilung bzw. den Download großer Dateien (> 200 MB). Bedingt durch die Verfügbarkeit für Windows und Linux und die Tatsache, daß es als Konsolenversion auch auf einem Router ohne X betrieben werden kann, sehe ich die geringen Downloadraten im MUTE-Netz nicht als vernichtendes Kriterium an.

Fazit: Ich hoffe, daß Nate und JROC weiterhin so fleißig an "ihren" MUTE-Versionen basteln und damit Jason mehr oder weniger auch dazu bringen, "sein" MUTE auf einem aktuellen Stand zu halten. Darüber hinaus ist eine baldige Implementierung von Swarming/Multisource downloads wünschenswert, denn MUTE ist nicht mehr einzigartig und die Konkurrenz schläft nicht...;) Von der Bedienung her kann ich MUTE uneingeschränkt auch Einsteigern empfehlen, da MUTE und MUTE MFC mittlerweile auch mit deutscher Sprachunterstützung dienen können.

Update 2005-10-27: Abgesehen von einigen kosmetischen Änderungen und einer hübschen neuen Oberfläche bringt auch die letzte freigegebene Version MUTE MFC 0.0.7 keine großen Neuerungen mit. Der Entwickler von MUTE MFC hat bereits angekündigt, daß er sich nach diesem Release erst einmal wieder vom coden verabschieden wird, und von Jason Rohrer (sozusagen der geistige Vater von MUTE) erwarte ich sowieso keine neuen Releases mehr, da er IMHO das Interesse an MUTE verloren hat.

Update 2007-04-19: Jason Rohrer hat nun offiziell bekanntgegeben, daß er das Interesse an der Weiterentwicklung von MUTE verloren hat, da er sich mittlerweile mit anderen Projekten beschäftigt. Er hat zwar angekündigt, daß er noch ein paar bekannte Probleme fixen wird, aber wann das der Fall ist, steht in den Sternen.

Update 2007-04-19:
Tatsächlich hat Jason noch eine fehlerbereinigte Version 0.5.1 von MUTE nachgeschoben, die größere Probleme aus der Welt schafft. Nichtsdestotrotz ändert das nichts an der Tatsache, daß er keine weitere Zeit mehr in die Weiterentwicklung von MUTE investieren möchte.

Hinzu kommt, daß es Stand heute gerade noch drei(!) funktionierende Webcaches für MUTE gibt. Es ist daher absehbar, daß auch diese Webcaches irgendwann nicht mehr funktionieren, und spätestens dann ist das MUTE-Netzwerk ein für allemal Geschichte. Ich persönlich fände es zwar schade, wenn das passieren würde, aber wenn Jason keine Lust mehr hat, dann wird man das wohl oder übel akzeptieren müssen.
 
6. Entropy

Obwohl Entropy (genauso wie Freenet) nicht primär für anonymes Filesharing entwickelt wurden, läßt es sich dennoch dafür einsetzen. Die hinter Entropy steckende Technik ist mit Freenet vergleichbar, ich erspare mir deshalb an dieser Stelle eine weitere Beschreibung. Im Gegensatz zu Freenet wurde Entropy in C geschrieben und ist daher ressourcenschonender.

Lange Zeit war es um Entropy ruhig geworden, da der Entwickler zunächst vorgehabt hatte, keine weiteren Releases mehr zu veröffentlichen. Irgendwann hat es ihn dann aber doch gepackt, und er hat zumindest seinen selbstgestrickten Verschlüsselungsalgorithmus (war immer einer der größten Kritikpunkte an Entropy!) durch einen von Fachleuten anerkannten (RSA) ersetzt. Nichtsdestotrotz hat Entropy nie die Verbreitung wie beispielsweise Freenet erfahren; dadurch ist das Entropy-Netzwerk im Vergleich relativ klein und übersichtlich. Content wird wie bei Freenet auf Freesites (Websites in Freenet) zur Verfügung gestellt, deren Usability und Verfügbarkeit einen Einsteiger in diesem Bereich allerdings sehr bald zur Verzweiflung treiben dürften ;)

Fazit: Ich habe Entropy der Vollständigkeit halber erwähnt. Wer Dokumente, Text usw. anonym zur Verfügung stellen möchte, der sollte einen näheren Blick auf Entropy werfen. Wer jedoch nur an reinem Filesharing interessiert ist, für den kommt Entropy eher nicht in Frage.

7. RShare

Wichtig: Von RShare gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch kein produktives Release, sondern lediglich Vorabversionen. Eine detaillierte Bewertung von RShare werde ich nachreichen, sobald es ein erstes offizielles/produktives Release gibt. Die folgende Beschreibung stützt sich daher zunächst auf Informationen von Lars Regensburger, dem Autor des Programms, sowie die Resultate von einigen Tests von Community Membern.

Aber nun genug der vielen Worte, jetzt geht´s endlich los.

RShare ist ein relativ junges und bis dato noch unbekanntes Produkt, das aber den Platzhirschen wie ANts oder MUTE ebenbürtig, ja wenn nicht sogar überlegen ist. Obwohl RShare primär für Windows in C# und auf .NET 2.0-Basis entwickelt wurde, werkelt der Autor auch fleißig an einer Linux-Version, von der es auch schon erste Screenshots zu sehen gab.

Um die Anonymität herzustellen, wird der komplette Traffic mittels AES-Algorithmus verschlüsselt. Der Zugriff auf andere Nodes im RShare-Netzwerk erfolgt abhängig von der Anzahl der teilnehmenden Nodes über ein Routing mit variablen Sprüngen, d.h. je mehr Nodes, desto höher die Sicherheit. Dieses Konzept wird auch von anderen aN wie MUTE, ANts oder I2P verwendet und sorgt dafür, daß einzelne Nodes im Netzwerk nicht anhand ihrer IP-Adressen identifiziert werden können. Die Verbindung zum RShare-Netz wird übrigens (genauso wie bei MUTE) über Web Caches hergestellt, von denen es schon einige gibt.

Davon abgesehen bietet RShare eine funktionale und schnörkellose Oberfläche, die sogar mir als Freund der Kommandozeile zusagt.Die strikte Trennung von Core und GUI ist ein weiterer Pluspunkt, da dadurch die Entwicklung alternativer Oberflächen wesentlich leichter vonstatten geht als bei anderen Projekten.

Wie ich eingangs erwähnte, hat sich RShare in den bisherigen Versionen im Rahmen mehrerer Tests erfolgreich bewährt. Downloads waren stabil und schnell, allerdings lassen sich aufgrund der wenigen Teilnehmer noch keine konkreten Aussagen zum Thema Skalierbarkeit und Grad der Anonymität treffen; weitere Tests werden jedoch garantiert folgen.

Update 2007-25-01:

Mit dem Release von RShare 0.7.1.2 "Chamäleon" ist ein weiterer Meilenstein erreicht. Obgleich das Resuming von Downloads in dieser Version temporär deaktiviert und (wieder) für Version 0.7.2 angekündigt ist, hat RShare meiner Meinung nach MUTE und ANts mittlerweile deutlich an Funktionalität überholt. Daß immer mehr User Gefallen an RShare finden, zeigt zum einen die rege Nachfrage im RShare-Forum und zum anderen die stetig wachsende Anzahl von Nodes und Content im RShare-Netzwerk.

8. StealthNet

Vormals unter dem Namen RShare Community Edition bekannt, wurde StealthNet am 08.06.2007 erstmalig released. StealthNet baut auf dem RShare-Sourcecode auf und bietet einige interessante neue Features wie (wieder funktionierendes) Download Resuming, verbesserte Suchmöglichkeiten, Mehrsprachigkeit uvm.

Da das für RShare gesagte in dieser Form auch für StealthNet gilt, komme ich gleich zum Fazit: Im direkten Vergleich mit MUTE und ANts darf StealthNet bzw. das RShare-Netz mittlerweile den ersten Platz für sich beanspruchen, da es zum einen aktiv weiterentwickelt wird und zum anderen bereits jetzt schon eine Userbase hat, die ANts und MUTE nicht erreichen können.

9. Exoten

Neben den hier vorgestellten aN gibt es noch eine Reihe weiterer "Exoten" wie Winny oder Share. Während sich Winny und sein Nachfolger Share speziell in Japan höchster Beliebtheit erfreuen, sind sie bei uns nahezu unbekannt. Da diese Netze hauptsächlich Inhalte in japanischer Sprache anbieten, sind sie für den Rest der Welt uninteressant. Hinzu kommt, daß man den Begriff Anonymität in diesem Kontext eher kritisch betrachten sollte: Share wird z.B. AFAIK lediglich über eine Freesite im Freenet vertrieben, und ob der Sourcecode (falls verfügbar) tatsächlich mit dem Binary übereinstimmt (oder umgekehrt), steht auf einem anderen Blatt.

Meine Empfehlung ist deshalb, von solch exotischen Lösungen Abstand zu nehmen und bewährtes zu verwenden.
Title: Gute Arbeit!
Post by: Nemo on February 08, 2005, 08:59:48 AM
@Markus: Da hast du super Arbeit geleistet, anstelle von technischen Vergleichen hast du eine Übersicht aus Anwendersicht gegeben. Weiter so!  ;D

@alle: Hier ist ein technischer Vergleich von I2P zu anderen anonymen Netzwerken: http://www.i2p.net/how_networkcomparisons
Ausserdem findet man Informationen zu den anonymen P2P-Netzen in der deutschen und der englischen Version von Wikipedia. (z.B. hier hat es weitere Links: http://en.wikipedia.org/wiki/Anonymous_P2P )

MfG,
Nemo.
Title: Re: Gute Arbeit!
Post by: Markus on February 08, 2005, 09:08:22 AM
@Markus: Da hast du super Arbeit geleistet, anstelle von technischen Vergleichen hast du eine Übersicht aus Anwendersicht gegeben. Weiter so!  ;D
Danke, ich werde weiterhin am Ball bleiben ;D

@Nemo: Willst du vielleicht noch ein paar Worte zu Freenet sagen? Muß nicht viel sein, aber ein paar Infos wären nicht schlecht...
Title: Re: Gute Arbeit!
Post by: Nemo on February 08, 2005, 11:25:26 AM
@Nemo: Willst du vielleicht noch ein paar Worte zu Freenet sagen? Muß nicht viel sein, aber ein paar Infos wären nicht schlecht...
Hier im deutschen Freenet Forum habe ich eine kleine Einführung gepostet: http://board.planetpeer.de/index.php/topic,709.0.html

Ich habe sie extra nicht so einladend für Filesharer geschrieben, denn Freenet ist mehr für freie Meinungsäusserung und ähnliche hohen Ziele geeignet, als für Filesharing im grossen Stil.
Vielleicht ändert sich das einmal, wer weiss. Mit Freenet 0.7 wird es einen Redesign geben, um viele komplizierte Funktionen mit einfacheren und übersichtlicheren Codestücken zu ersetzen.

MfG,
Nemo.

PS: Kannst meine Einführung verwenden/verändern wie du willst (oder auch nur verlinken), aber lass das Original-Posting im Freenet Forum unverändert.  :)
Title: Re: Gute Arbeit!
Post by: Markus on February 08, 2005, 11:42:58 AM
Hier im deutschen Freenet Forum habe ich eine kleine Einführung gepostet: http://board.planetpeer.de/index.php/topic,709.0.html

Ich habe sie extra nicht so einladend für Filesharer geschrieben, denn Freenet ist mehr für freie Meinungsäusserung und ähnliche hohen Ziele geeignet, als für Filesharing im grossen Stil.
Vielleicht ändert sich das einmal, wer weiss. Mit Freenet 0.7 wird es einen Redesign geben, um viele komplizierte Funktionen mit einfacheren und übersichtlicheren Codestücken zu ersetzen.

MfG,
Nemo.

PS: Kannst meine Einführung verwenden/verändern wie du willst (oder auch nur verlinken), aber lass das Original-Posting im Freenet Forum unverändert.  :)
Prima && danke, ich werde deinen Text dann mal so übernehmen und in die Übersicht einfügen.
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: postman on February 11, 2005, 12:03:20 PM
Hallo,

Vielen Dank für die interessante Übersicht. Ich denke, dass du die Leistungsmerkmale und die Nutzbarkeit hervorragend dargestellt hast.

ich möchte der Vollständigkeit halber hinzufügen, dass technologisch völlig unterschiedliche Verfahren einem gemeinsamen Vergleich unterzogen wurden.

Das ist von der Nutzerwarte sicherlich sehr verständlich. Vielleicht könnte man, bevor man auf die einzelnen Netzwerke eingeht, erläutern, welche grundsätzlichen verfahren von den Netzwerken zum Erreichen einer gewissen Anonymität verwendet werden, und zu welcher "Klasse" die Netzwerke gehören (DHT, Mixer etc)

BTW, schön, endlich ein deutschsprachiges Forum gefunden zu haben :)

Beste Grüsse

postman

--
postman@i2pmail.org
Postmaster and Administrator
www.postman.i2p - I2P's free and anonymous Mailsystem
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Markus on February 11, 2005, 07:34:34 PM
Hallo,

Vielen Dank für die interessante Übersicht. Ich denke, dass du die Leistungsmerkmale und die Nutzbarkeit hervorragend dargestellt hast.
Danke, danke :)

Quote
ich möchte der Vollständigkeit halber hinzufügen, dass technologisch völlig unterschiedliche Verfahren einem gemeinsamen Vergleich unterzogen wurden.

Das ist von der Nutzerwarte sicherlich sehr verständlich. Vielleicht könnte man, bevor man auf die einzelnen Netzwerke eingeht, erläutern, welche grundsätzlichen verfahren von den Netzwerken zum Erreichen einer gewissen Anonymität verwendet werden, und zu welcher "Klasse" die Netzwerke gehören (DHT, Mixer etc)
Ich habe die Übersicht deshalb primär aus Anwendersicht geschrieben, weil sich viele Leute einfach keine Vorstellung davon machen können, was sich genau hinter den Begriffen anonyme Netze/anonymes Filesharing verbirgt. Ein Großteil der interessierten User dürfte IMHO an den technischen Details auch nicht sonderlich interessiert sein - für diese Gruppe muß es einfach nur funktionieren, und zwar möglichst einfach...;)

Anyway, dieser Vergleich lebt natürlich von der Mitarbeit der Member, und wer immer etwas dazu beisteuern kann, der ist herzlich eingeladen, dies zu tun 8) Von Nemo stammt z.B. der Abschnitt zu Freenet. Eine Übersicht mit den technischen Details würde das ganze natürlich vervollständigen - also, wer meldet sich freiwillig? :)

Quote
BTW, schön, endlich ein deutschsprachiges Forum gefunden zu haben :)
;D

Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: postman on February 11, 2005, 09:46:59 PM

Ich habe die Übersicht deshalb primär aus Anwendersicht geschrieben, weil sich viele Leute einfach keine Vorstellung davon machen können, was sich genau hinter den Begriffen anonyme Netze/anonymes Filesharing verbirgt. Ein Großteil der interessierten User dürfte IMHO an den technischen Details auch nicht sonderlich interessiert sein - für diese Gruppe muß es einfach nur funktionieren, und zwar möglichst einfach...;)

Anyway, dieser Vergleich lebt natürlich von der Mitarbeit der Member, und wer immer etwas dazu beisteuern kann, der ist herzlich eingeladen, dies zu tun 8) Von Nemo stammt z.B. der Abschnitt zu Freenet. Eine Übersicht mit den technischen Details würde das ganze natürlich vervollständigen - also, wer meldet sich freiwillig? :)


Hallo,

du sprichst hier einen interessanten Punkt an.  Ich rede jetzt nicht davon, dass der Radiohörer tatsächlich wissen sollte, WIE
ein Radio funktioniert, aber was ich für ein erstrebenswertes Ziel halte, ist, dass der Anwender mehr weiss, als dass das
Netzwerk seiner Wahl "anonym" ist. Für die meisten ist der Begriff Anonymität so etwas für Feenstaub - Man kennt
vielleicht das Prinzip IP und TCP, hat aber nicht einmal die LEISESTE Idee, mit welchen Methoden und Mechanismen gearbeitet wird, um genau ein gerüttelt Mass "Anonymität" zu erreichen.

Und ehrlich gesagt sollte jemand, der durch die Nutzung eines anonymen P2P Systems der direkten Urheberrechtsverletzungsverfolgung ( oder Strafverfolgung )  aus dem Weg gehen möchte, zumindest ein Mindestmass an Interesse für das System aufbringen, das ihn "schützt" - Er soll nicht gleich Entwickler werden, aber mit  populärwissenschaftlichen Methoden in die Lage versetzt werden, einen einigermassen akkuraten Überblick zu bekommen.

So, jetzt hab ich bestimmt viel ideellen Mist erzählt :)

Grüsse

postman
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Markus on February 11, 2005, 10:33:05 PM
Und ehrlich gesagt sollte jemand, der durch die Nutzung eines anonymen P2P Systems der direkten Urheberrechtsverletzungsverfolgung ( oder Strafverfolgung )  aus dem Weg gehen möchte, zumindest ein Mindestmass an Interesse für das System aufbringen, das ihn "schützt" - Er soll nicht gleich Entwickler werden, aber mit  populärwissenschaftlichen Methoden in die Lage versetzt werden, einen einigermassen akkuraten Überblick zu bekommen.

So, jetzt hab ich bestimmt viel ideellen Mist erzählt :)

Grüsse

postman
Nein, ich halte es in keinster Weise für ideellen Mist, aber schön der Reihe nach...

Generell habe ich speziell bei anonymen Netzwerken folgende Erfahrung gemacht:

1. Thema aN/aP2P wird erwähnt
2. Antwort: "Ach, das geht ja gar nicht - viel zu langsam - kaum Auswahl - ich bleibe lieber bei eDonkey!"
3. Hinweis auf Anonymität und/oder strafrechtliche Konsequenzen
4. Antwort: "Pah, Filesharing machen so viele, die kriegen mich nie!"
5. Ende der Diskussion

Die Frage, wie die Anonymität denn gewährleistet wird, taucht nur in den wenigsten Fällen auf. Deshalb habe ich die Übersicht wirklich fürs erste einmal ohne allzu viel "tech specs" verfasst - das heißt aber nicht, daß das immer so bleiben wird 8)

Generell stimme ich dir aber insofern zu, als daß es speziell im Bereich des Filesharings schon wissenswert ist, auf was man sich da einläßt und welchen Schutz man erhält.

Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: postman on February 11, 2005, 10:39:27 PM

Nein, ich halte es in keinster Weise für ideellen Mist, aber schön der Reihe nach...

Generell habe ich speziell bei anonymen Netzwerken folgende Erfahrung gemacht:

1. Thema aN/aP2P wird erwähnt
2. Antwort: "Ach, das geht ja gar nicht - viel zu langsam - kaum Auswahl - ich bleibe lieber bei eDonkey!"
3. Hinweis auf Anonymität und/oder strafrechtliche Konsequenzen
4. Antwort: "Pah, Filesharing machen so viele, die kriegen mich nie!"
5. Ende der Diskussion

Die Frage, wie die Anonymität denn gewährleistet wird, taucht nur in den wenigsten Fällen auf. Deshalb habe ich die Übersicht wirklich fürs erste einmal ohne allzu viel "tech specs" verfasst - das heißt aber nicht, daß das immer so bleiben wird 8)

Generell stimme ich dir aber insofern zu, als daß es speziell im Bereich des Filesharings schon wissenswert ist, auf was man sich da einläßt und welchen Schutz man erhält.

Hallo,

klingt ja nach viel Leid, was du schon mitmachen musstest :)
Daran sieht man aber, das der Leidensdruck offensichtlich noch nicht den Endanwender erreicht hat.

postman
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Markus on February 11, 2005, 11:03:25 PM
Hallo,

klingt ja nach viel Leid, was du schon mitmachen musstest :)
Daran sieht man aber, das der Leidensdruck offensichtlich noch nicht den Endanwender erreicht hat.

postman
Nun ja, es gibt schlimmeres ;) Aber nachdem jetzt schon die ersten verängstigten User in diversen Foren nachfragen, ob sie etwas befürchten müssen, wenn die MPAA die Logfiles von Lokitorrent auswertet...

Dieses Beispiel allein zeigt wieder einmal mal mehr, daß die Zeit der aN gekommen ist.

Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Nicegirly on May 21, 2005, 12:37:33 PM
Hallo,

also ich als Newcomerin würde mich schon dafür interessieren, wie dieser "Schutz" in anonymen Netzwerken gewährleistet wird, bzw. welche Programme den besten Schutz bieten. Habe nicht sonderlich Bock darauf, dass meine IP für jedermann zugänglich wird  ;)

Schöne Grüße

Nicegirly
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: crypton on July 21, 2005, 12:15:12 PM
habs was intressantes gefunden aber ist glaub schon alt aber ich habe es erst heute entdeckt!
hat eigentlich nicht ganz mit opensource zu tun nur teilweise davon:

http://www.testberichte.de/preisvergleich/level4_computer_21754.html

http://www.testberichte.de/preisvergleich/level4_pc_praxis_18793.html
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Markus on July 21, 2005, 06:39:52 PM
habs was intressantes gefunden aber ist glaub schon alt aber ich habe es erst heute entdeckt!
hat eigentlich nicht ganz mit opensource zu tun nur teilweise davon:

http://www.testberichte.de/preisvergleich/level4_computer_21754.html

Filetopia P2P ist also Testsieger, nun ja ;D Leider ist aus diesem unvollständigen Bericht nicht erkennbar, welche Kriterien der Bewertung zugrunde gelegt wurden, aber lustigerweise tauchen die sichersten Programme auf den letzten Plätzen auf. Klar, die sind ja auch bedienerfeindlich ;)

Aber genau aus diesem Grund gibt es auch das Planet Peer-Board. Hier gibt es Berichte aus der Praxis und für die Praxis, hier zählen nur knallharte Fakten und keine hanebüchenen nicht nachvollziehbaren Testberichte...;D

Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: crypton on July 21, 2005, 09:18:30 PM
ja ich stimme dir zu!

die liste kannst ja vergessen und was I2P für note bekommen hat usw.

Die haben keine Ahnung!
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Markus on July 22, 2005, 06:40:05 AM
ja ich stimme dir zu!

die liste kannst ja vergessen und was I2P für note bekommen hat usw.

Die haben keine Ahnung!
Die Chip hat übrigens in der letzten bzw. aktuellen Ausgabe MUTE und ANts getestet. Der Bericht ist stellenweise schlampig recherchiert (so wird z.B. behauptet, daß MUTE sämtlichen Traffic verschlüsselt, was nicht stimmt) und bewegt sich ansonsten auf CHIP-Niveau ;)

Was will ich damit sagen? Wenn Zeitschriften wie Chip, PC-Magazin usw. anonyme Filesharing-Software testen, dann kann man davon ausgehen, daß die technischen Daten hinter den Äußerlichkeiten zurückstehen. Der Bewertung in solchen Zeitschriften werden andere Aspekte zugrunde gelegt, wie z.B. hübsche Benutzeroberfläche oder in deutsch verfügbar.

Aus diesem Grund...;D
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: mxm123 on July 26, 2005, 03:18:52 PM
Ich finde es allerdings interessant, dass der Testsieger - Filetopia - auf diesem Board bisher nicht erwähnt wurde. Warum eigentlich?

Quote
hier zählen nur knallharte Fakten
Wenn ihr diese angeblich benutzerfreundlichen und anonymen  Programme ablehnt, solltet ihr das doch auch begründen, oder?

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die liste kannst ja vergessen und was I2P für note bekommen hat usw.
Ich habe mir I2P angeschaut, und ich finde das Konzept sehr vielversprechend.
Aber: Sogar die Entwickler selbst halten dieses Netz noch nicht für massentauglich und WOLLEN ZUR ZEIT KEINE NEUEN USER!
Damit würde das Netz nämlich zusammenbrechen bevor es richtig funktioniert. Da kann man diesen Zeitschriften für dieses negative und zur Zeit IMHO gerechtfertigte Urteil sogar dankbar sein, oder?
Und ich bin mir sicher: Sobald I2P weit genug entwickelt ist wird es auch viele, viele Nutzer finden. Zu diesem Zeitpunkt wird sich dann auch jemand finden, der einen Installer für den DAU schreibt. Jetzt ist es dafür jedoch noch zu früh.
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Markus on July 26, 2005, 06:35:27 PM
Hallo mxm123,

erst mal herzlich willkommen auf Planet Peer :) Ich werde versuchen, deine Fragen der Reihe nach zu beantworten.

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Ich finde es allerdings interessant, dass der Testsieger - Filetopia - auf diesem Board bisher nicht erwähnt wurde. Warum eigentlich?
Wenn du siehst, was wir hier im Angebot haben, dann gibt es eine übereinstimmende Gemeinsamkeit aller Programme: Sie liegen nämlich alle im Sourcecode vor, der frei verfügbar und überprüfbar ist. Gerade für Software, die im Bereich des anonymen Filesharing zum Einsatz kommt, ist dies das Killerargument. Genau das ist bei Filetopia nicht der Fall, und deshalb wird es auf Planet Peer auch nicht erwähnt.

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Wenn ihr diese angeblich benutzerfreundlichen und anonymen  Programme ablehnt, solltet ihr das doch auch begründen, oder?
Beziehst du dich auf Filetopia? Eine Erklärung dazu findest du im ersten Absatz. Das gleiche gilt selbstverständlich ebenso für alle anderen Programme, deren Sourcecode nicht offengelegt wurde.

Quote
Ich habe mir I2P angeschaut, und ich finde das Konzept sehr vielversprechend.
Aber: Sogar die Entwickler selbst halten dieses Netz noch nicht für massentauglich und WOLLEN ZUR ZEIT KEINE NEUEN USER!
Damit würde das Netz nämlich zusammenbrechen bevor es richtig funktioniert. Da kann man diesen Zeitschriften für dieses negative und zur Zeit IMHO gerechtfertigte Urteil sogar dankbar sein, oder?
Daß I2P zur Zeit nicht mehr als 300 Nodes verkraftet, ist schon länger bekannt. Aus diesem Grund haben sich auch etliche User solange aus dem I2P-Netz zurückgezogen, bis I2P 0.6 released wird. Ich kann mir allerdings beim besten Willen nicht vorstellen, daß die Nichtverfügbarkeit von Version 0.6 in diesem Test zu einer schlechten Gesamtnote geführt hat. Da ich die Testkriterien nicht kenne, kann ich nur mutmaßen; auffällig ist jedoch, daß die wirklich sicheren P2P-Clients bzw. Netzwerke wie Freenet oder I2P lediglich auf den hinteren Plätzen gelandet sind.

Wenn man natürlich nur die Bedienbarkeit dieser Programme als Testkriterium heranzieht, dann ist das schlechte Ergebnis leicht nachvollziehbar...;) Fazit: Jeder kann und soll die Software verwenden, die er am besten/sichersten/schönsten oder was auch immer findet. Die Kritierien, die für hier gelistete Software gelten, habe ich ja schon eingangs erwähnt.

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Und ich bin mir sicher: Sobald I2P weit genug entwickelt ist wird es auch viele, viele Nutzer finden. Zu diesem Zeitpunkt wird sich dann auch jemand finden, der einen Installer für den DAU schreibt. Jetzt ist es dafür jedoch noch zu früh.
Ich habe schon vor einiger Zeit mit einem Installer für I2P sowie zusätzliche Komponenten begonnen, habe es dann allerdings mangels entsprechender Resonanz wieder eingestellt. Vielleicht werde ich das Ding tatsächlich eines Tages wieder aus der Schublade ziehen...;D

CU,
Markus
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Zipsel on July 26, 2005, 06:36:50 PM
Quote
Ich finde es allerdings interessant, dass der Testsieger - Filetopia - auf diesem Board bisher nicht erwähnt wurde. Warum eigentlich?
Doch, das wurde hier schon mehrfach angesprochen. Filetopia hat gleich mehere Probleme: Das Wichtigste: Der Source-Code des Programmes liegt nicht offen. Warum sollte ich dem Programm vertrauen, wenn ich nicht selbst nachprüfen kann, welche Verschlüsselung es einsetzt, welche Schwachpunkte es hat - und ob nicht veilleicht noch ein paar "undokumentierte" Funktionen eingebaut sind? Filetopia ist außerdem schon ziemlich alt, hat einige Macken und wird seit Version 3.04 nicht mehr weiter entwickelt. Der Copyright-Eintrag bezieht sich auf 1999-2002. Das spricht doch für sich, oder?
Das Board hier will aber - so verstehe ich es zumindest - über neue Entwicklungen informieren und diese Ansätze fördern. Es treiben sich hier auch einige eifrige Programmierer rum, die gerne Feedback bekommen, wie die Programme weiter entwickelt werden sollen.

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Damit würde das Netz nämlich zusammenbrechen bevor es richtig funktioniert. Da kann man diesen Zeitschriften für dieses negative und zur Zeit IMHO gerechtfertigte Urteil sogar dankbar sein, oder?
Ja, wenns denn ein aussagekräftiges Urteil wäre. Ich kenne den Artikel nicht selbst, sondern nur die Reaktionen auf den Artikel hier im Board und aus anderen Quellen. Wenn die sog. "Fachpresse" als oberstes Ziel Benutzerfreundlichkeit anstatt ausgereifte Technik im Auge hat, müßte sie konsequenterweise das Filesharing über den Internet-Explorer zum Testsieger ausrufen. Schließlich kann man da mit ein paar Plugins seine gesamte Festplatte freigeben und per FTP auf fremden Rechnern stöbern...

CU,
Zipsel
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Zipsel on July 26, 2005, 06:41:49 PM
nAbend Markus!

Ups! Bist mir zuvorgekommen... :D

Noch ne Anmerkung: Ich finds umheimlich spannend, hier im Board den Beginn der ernstzunehmenden aP2P-Software zu erleben. Mal schauen, welches Prog auf Dauer das Rennen macht, oder ob es ein spezialisiertes Miteinander von verschiedenen Ansätzen wird!

CU,
Zipsel
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Markus on July 26, 2005, 07:28:28 PM
Hi Zipsel,

nAbend Markus!

Ups! Bist mir zuvorgekommen... :D
Waren bestimmt nur Sekundenbruchteile *grins*

Quote
Noch ne Anmerkung: Ich finds umheimlich spannend, hier im Board den Beginn der ernstzunehmenden aP2P-Software zu erleben.
Ja, das geht mir genauso ;D

Quote
Mal schauen, welches Prog auf Dauer das Rennen macht, oder ob es ein spezialisiertes Miteinander von verschiedenen Ansätzen wird!
Das wird garantiert noch sehr spannend. Vielleicht gibt es tatsächlich eines Tages die eierlegende Wollmilchsau, die alle relevanten Netze miteinander verbindet; andererseits dürfte derjenige, der diesen Client programmiert, vermutlich bald dem Wahnsinn anheim fallen ;)

Ich denke eher, daß es wie folgt ablaufen könnte:

<Glaskugelmodus>
- I2P wird spätestens mit Version 0.6 soweit sein, daß es wesentlich besser skaliert und viel mehr User als vorher verkraftet. Verbunden mit den weiteren, teilweise einzigartigen Fähigkeiten wird diese Tatsache eine ganze Menge neuer User anziehen. Die Nachfrage aus dieser Richtung wird dazu führen, daß bereits vorhandene Applikationen wie i2phex weiterentwickelt und mit neuen und interessanten Features ausgestattet werden. Aber auch den eepsites im I2P-Netz räume ich ganz großes Potential ein. Jeder kann in Zukunft Informationen bereitstellen, für die deutsche Webmaster dank richterlicher Entscheidungen zugunsten gewisser Industrien sofort mit Abmahnungen mundtot gemacht werden. Zensur ade, sage ich da nur ;)

- Neben I2P werden Programme wie ANts oder vielleicht auch hornetp2p bestimmte Zielgruppen bedienen. Damit meine ich all diejenigen, die hauptsächlich anonymes Filesharing betreiben wollen und deshalb keinen Bedarf an weiteren Features haben, wie sie I2P bietet. Es werden immer mehr User aus den regulären Netzen abwandern, da die Verfolgung von Filesharern in nicht anonymen Netzen zunehmen wird.

- Zu MUTE: Schade eigentlich, was aus MUTE geworden ist. Warum? Dazu ist eine kurze Reise in die Vergangenheit erforderlich: Vor etwa drei Jahren entwickelte ein begnadeter junger Informatikstudent namens Jason Rohrer den ersten Client für anonymes Filesharing, den er MUTE nannte. Kurz und gut: Das Ding schlug natürlich ein wie eine Bombe, weil es vergleichbares zur damaligen Zeit nicht gab. Freenet war (und ist) für Otto Normalverbraucher keine Alternative, außerdem wurde es nicht primär für Filesharing entwickelt. Schon bald gab es weitere Spin-Off´s namens NapShare und MUTE MFC, die sich ebenfalls großer Beliebtheit erfreuten. Allerdings stellte sich schon bald heraus, daß Jason gar nicht daran interessiert war, neben sich weitere Entwickler zu dulden. Er wollte sein Ding alleine durchziehen und hat dies auch ganz klar so kommunziert.

Die Folgen davon sind heute erkennbar: MUTE wird derzeit nicht aktiv weiterentwickelt, obwohl Jason genügend Anregungen und Wünsche seitens der Community erhalten hat. Wichtige Features fehlen, weshalb MUTE auch nicht mehr mit anderen Clients bzw. Netzen wie ANts mithalten kann: Da hält sich die Anzahl der User zwar auch in einem überschaubaren Rahmen, aber es ist deutlich und klar erkennbar, daß ANts weiterentwickelt wird.

Aus diesem Grund räume ich MUTE eigentlich nur noch sehr geringe Chancen ein. Der einzige Lichtblick ist die Ankündigung von Nate (dem Autor von NapShare), daß er sich offiziell vom MUTE-Projekt verabschiedet hat, um sein eigenes Ding zu machen. Er hat dazu vor einiger Zeit einige Ankündigungen auf der MUTE Mailingliste gemacht, seitdem herrscht allerdings Funkstille. Ich weiß nicht, ob man das als gutes oder schlechtes Zeichen werten soll ;)

Yo, ansonsten sehe ich momentan nicht, was sich sonst auf die vorderen Plätze drängeln könnte. Tor ist primär ein anonymes Netzwerk, das sich hervorragend zur Wahrung der Privatsphäre beim Surfen eignet, aber keinesfalls zum Filesharing. Außerdem wollen die Tor-Leute nicht, daß ihr Netz für Filesharing mißbraucht wird, und ich finde, diesen Wunsch sollte man respektieren.

Rodi könnte eines Tages noch interessant werden, bietet aber momentan noch keine "richtige" Anonymität. Was nicht ist, kann aber noch werden :)

</Glaskugelmodus>

Jetzt ist es doch etwas länger geworden als geplant, aber es hält ja noch in Grenzen ;D

CU,
Markus
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Markus on July 26, 2005, 07:34:12 PM
Quote
Das Board hier will aber - so verstehe ich es zumindest - über neue Entwicklungen informieren und diese Ansätze fördern. Es treiben sich hier auch einige eifrige Programmierer rum, die gerne Feedback bekommen, wie die Programme weiter entwickelt werden sollen.
Beides ist absolut richtig :)

Quote
Wenn die sog. "Fachpresse" als oberstes Ziel Benutzerfreundlichkeit anstatt ausgereifte Technik im Auge hat, müßte sie konsequenterweise das Filesharing über den Internet-Explorer zum Testsieger ausrufen. Schließlich kann man da mit ein paar Plugins seine gesamte Festplatte freigeben und per FTP auf fremden Rechnern stöbern...
ROFL ;D Dafür gibt es ein Doppelplus *grins*

Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Zipsel on July 26, 2005, 08:13:35 PM
Quote
<Glaskugelmodus>...</Glaskugelmodus>
Da stimme ich dir zu! Vielleicht klappts ja nach dem Super-Start der Discovery auch diese Woche noch mit I2P 0.6 ?? DAS wär echt super!  ;) ;) ;)

...und völliges OT-Geschwafel:
<lästermodus>
Überhaupt find ich, daß beim Thema "Anonymität" viel zu viel Paranoia mit im Spiel ist! Was kann denn ein Angreifer schon groß über mich rausfinden? Schließlich melde ich mich immer als "Administrator" am System an und über das Auge meiner WebCam hab ich nen Streifen Tesafilm geklebt, sodaß man nur noch erkennen kann, daß ich BLOND bin.
Und alles ist so persönlich: Auf der XX-Hardcore-Website werde ich immer mit dem Namen meiner Oma begrüßt (hehe, da kommen die NIE drauf!) und gleich darauf erhalte ich eine Auswahl meiner zuletzt besuchten Interessensgebiete.
Nur daß ich ständig Angebote für Brustvergrößerungen bekomme, macht mich stutzig: Diesen meinen geheimsten Wunsch hab ich bis jetzt nur meinem Psychotherapeuten anvertraut und der faßt jede unserer Sitzungen in seinem Web-Blog für mich zusammen, damit ichs hinterher bequem nachlesen kann unter http://psychoblog.net/index.php?patient=ernst_rudolf_mueller&sozialversicherungsID=14-K-45567&geburtsdatum=31021977&diagnose=schwere_paranoia
</lästermodus>

So, genug für heut  ;D
Zipsel
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: mxm123 on July 27, 2005, 07:28:54 PM

Quote
Aus diesem Grund haben sich auch etliche User solange aus dem I2P-Netz zurückgezogen, bis I2P 0.6 released wird.
Soll I2P 0.6 denn auch entsprechende Userzahlen verkraften? Wie viele? Und wie will es sich vor dem Überschreiten der nächsten Grenze schützen?

Quote
Wenn du siehst, was wir hier im Angebot haben, dann gibt es eine übereinstimmende Gemeinsamkeit aller Programme: Sie liegen nämlich alle im Sourcecode vor, der frei verfügbar und überprüfbar ist. Gerade für Software, die im Bereich des anonymen Filesharing zum Einsatz kommt, ist dies das Killerargument. Genau das ist bei Filetopia nicht der Fall, und deshalb wird es auf Planet Peer auch nicht erwähnt.

OK, das Argument ist durchaus nachvollziehbar und verständlich. Ich kann mich da noch an "Earth Station 5" erinnern, das Programm wurde erst von genau solchen Zeitschriften empfohlen, bis die Identität des Programmierers klar wurde.
Da macht es schon Sinn solche Programme genau zu hinterfragen - am Schluss steckt die RIAA persönlich dahinter...

Ich hab die Internetseite von Filetopia mal etwas durchforstet und das Programm getestet. Zum Thema Vertrauenswürdigkeit habe ich folgendes gefunden:
Quote
Filetopia source code is in the proccess of being evaluated by recognized experts to certify the correct use of the encryption algorithms, the security of the protocols and the absence of any back-doors. Source code for the encryption components and for the bouncer is also freely available.
Und so eine Zertifizierung wird zwar dieses Board nicht zufrieden stellen, wohl aber Nutzer, die nach Alternativen suchen und nicht auf diesem Board landen.

Zum Thema Weiterentwicklung:
Quote
While you wait for the upcomming version 4.0 ...
Ist zwar schon etwas her, aber ich glaub man kann sie noch nicht ganz abschreiben.

Ich hab alle Programme aus diesem Board (Rodi. GNUNet, NapShare, MUTE,I2P, ANts) und auch Filetopia mal ausprobiert. Dabei hab ich mich für den Anfang mal bewusst etwas dumm gestellt, weil ich der Meinung bin, dass nur leicht konfigurierbare Clients mit einem Hang zur Benutzerfreundlichkeit auch bei vielen Nutzern ankommen und so entsprechend viele Quellen liefern können. Und davon lebt Filesharing nunmal.
Mein Ergebnis: Das einzige Programm mit dem ich eine weit verbreitete (eMule>6000 Quellen) Datei ziehen konnte war Filetopia. Zeitaufwand: 15 Minuten inklusive Installationszeit und Download mit ISDN!!! Alle anderen hatten die Datei nicht im Angebot.

Was will ich damit sagen?
Ich bin sehr wohl der Meinung, dass sich die beste Technik durchsetzen sollte. Genau deswegen find ich dieses Board auch sehr interessant.
Aber: So wie Diese anonymen Clients im Moment aussehen sind sie auf dem besten Weg, von Filetopia untergebuttert zu werden. Und dagegen sollte man was machen, oder? Denn sonst hat dieses Board leider seinen zweck nicht ganz erfüllt...
In Sachen Programmoberfläche muss ein Anonymes Filesharingtool erst mal den Komfort von eMule oder KaZaa erreichen, bevor es sich auch durchsetzen kann, denn dadurch wird der Kampf ums sich-durchsetzen gewonnen, und  nicht durch den besten Verschlüsselungsalgorythmus.
Und der erste der Programmierer hier am Board, der das versteht und auch umsetzt hat eigentlich schon gewonnen.
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Markus on July 27, 2005, 09:54:47 PM
Quote
Soll I2P 0.6 denn auch entsprechende Userzahlen verkraften? Wie viele? Und wie will es sich vor dem Überschreiten der nächsten Grenze schützen?
Diese Frage werden die Entwickler garantiert beantworten können.

@postman:

Hast du vielleicht noch ein paar Infos, wie skalierbar I2P 0.6 mit UDP-Support ist?

Quote
OK, das Argument ist durchaus nachvollziehbar und verständlich. Ich kann mich da noch an "Earth Station 5" erinnern, das Programm wurde erst von genau solchen Zeitschriften empfohlen, bis die Identität des Programmierers klar wurde.
Da macht es schon Sinn solche Programme genau zu hinterfragen - am Schluss steckt die RIAA persönlich dahinter...
Eben deshalb. Viele User lassen sich halt von schönen Oberflächen blenden, die Technik ist für sie völlig zweitrangig. Und ob der Sourcecode für das Programm vorliegt oder nicht, ist ihnen sowieso völlig schnuppe ;)

Quote
Ich hab die Internetseite von Filetopia mal etwas durchforstet und das Programm getestet. Zum Thema Vertrauenswürdigkeit habe ich folgendes gefunden:
Quote
Filetopia source code is in the proccess of being evaluated by recognized experts to certify the correct use of the encryption algorithms, the security of the protocols and the absence of any back-doors. Source code for the encryption components and for the bouncer is also freely available.
Und so eine Zertifizierung wird zwar dieses Board nicht zufrieden stellen, wohl aber Nutzer, die nach Alternativen suchen und nicht auf diesem Board landen.
Das springt mir doch sofort ins Auge: Wer sind die angeblichen Experten, die das Programm auf Herz und Nieren testen? Wer garantiert mir denn wirklich, daß die Software keine Backdoors enthält? Richtig sichergestellt werden kann das IMO nur, wenn sich unabhängige Fachleute den Sourcecode vorknöpfen und diesen Zeile für Zeile analysieren. Alles andere ist reine Augenwischerei.

Quote
Ich hab alle Programme aus diesem Board (Rodi. GNUNet, NapShare, MUTE,I2P, ANts) und auch Filetopia mal ausprobiert. Dabei hab ich mich für den Anfang mal bewusst etwas dumm gestellt, weil ich der Meinung bin, dass nur leicht konfigurierbare Clients mit einem Hang zur Benutzerfreundlichkeit auch bei vielen Nutzern ankommen und so entsprechend viele Quellen liefern können. Und davon lebt Filesharing nunmal.
Da stimme ich dir voll und ganz zu.

Quote
Mein Ergebnis: Das einzige Programm mit dem ich eine weit verbreitete (eMule>6000 Quellen) Datei ziehen konnte war Filetopia. Zeitaufwand: 15 Minuten inklusive Installationszeit und Download mit ISDN!!! Alle anderen hatten die Datei nicht im Angebot.
Ich glaube, da muß ich mal etwas weiter ausholen ;D

Also: Nemo formuliert das immer so schön als das Henne-Ei-Problem. Hat ein Netz nur wenig User, ist das Angebot gering. Wenn das Angebot gering ist, wird das entsprechende Netz auch nicht mehr User anziehen. Was kann man also dagegen tun?

1. Der wichtigste Punkt: Man sollte die Qualität eines anonymen Filesharing-Netzwerkes nicht an der Tatsache festmachen, ob eine gewünschte Datei verfügbar ist oder nicht. Wer das macht, sollte weiterhin eDonkey einsetzen, denn da stellt sich das Problem der Verfügbarkeit normalerweise nicht. Jeder, der anonymes Filesharing betreibt, sollte sich darüber im klaren sein, daß das Angebot bei weitem nicht mit eDonkey und Konsorten mithalten kann. Dafür gibt es aber ein gerüttelt Maß an Sicherheit, daß wieder die nicht anonymen Netze nicht bieten können.

2. Aus diesem Grund muß jeder für sich selber abwägen, was ihm lieber ist: Anonymität/Sicherheit oder großes Angebot.


Quote
Aber: So wie Diese anonymen Clients im Moment aussehen sind sie auf dem besten Weg, von Filetopia untergebuttert zu werden.
Zu Filetopia habe ich genug erzählt, deshalb möchte ich es an dieser Stelle nicht wiederholen. Daß Filetopia jedoch eine nicht einzuholende Konkurrenz für die hier vorgestellten und diskutierten Programme darstellt, wage ich jedoch stark zu bezweifeln. Closed Source vs. Open Source? Ich denke, ein Poll dürfte hier eindeutige Resultate liefern.

Quote
Und dagegen sollte man was machen, oder? Denn sonst hat dieses Board leider seinen zweck nicht ganz erfüllt...
Der Zweck des Board besteht primär darin, anonyme Netzwerke bzw. anonyme P2P-Clients vorzustellen, zu diskutieren und technischen Support zu bieten. Unsere Aufgabe besteht nicht darin, User zwanghaft auf ein bestimmtes Produkt zu trimmen, sondern jeder verwendet das, was ihm am meisten gefällt.

Quote
In Sachen Programmoberfläche muss ein Anonymes Filesharingtool erst mal den Komfort von eMule oder KaZaa erreichen, bevor es sich auch durchsetzen kann, denn dadurch wird der Kampf ums sich-durchsetzen gewonnen, und  nicht durch den besten Verschlüsselungsalgorythmus.
Generell ist es richtig, daß die Oberfläche eines Programmes sehr stark über Erfolg oder Mißerfolg entscheidet. Nun wiederhole ich  mich zwar, aber dennoch: Wer ein Stück Software zum anonymen Filesharing lediglich nach seiner Oberfläche beurteilt, der sollte besser die Finger davon lassen. Das ist nämlich der völlig falsche Ansatz.

Andererseits sind die GUIs von eMule oder KaZaa nun auch nicht so überragend, daß sie absolut einzigartig wären. Aktuelle ANts-Versionen oder MUTE MFC/NapShare können mittlerweile durchaus mithalten, wenn man auf einige tolle Icons und unnützen graphischen Schnickschnack verzichten kann.

Und noch was: Selbstverständlich sind die Geschmäcker verschieden, aber ich für meinen Teil kann auf eine bunte Smarties-Oberfläche völlig verzichten. Für den 24/7-Einsatz auf einer Linux-Box beispielsweise sind solche GUI´s sowieso unbrauchbar, deshalb bevorzuge ich (genauso wie viele andere auch) die Trennung in Core und GUI. Dann kann der GUI-Designer seinen kühnsten Träumen freien Lauf lassen, während der an nackter Funktionalität interessierte seinen Core mittels Telnet bedienen kann ;D
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: killerbuzi on August 16, 2005, 11:25:02 AM
als erstes muss ich sagen, dass das hier ein super forum ist mit wirklich vielen nützlichen infos!!!

die übersicht über die verschiedenen ap2p-tools fand ich sehr interessant, da ich einige noch gar nicht kannte.

ich habe mir heute filetopia runtergeladen und ich muss sagen, echt schöne oberfläche und auch einfach zu benutzen.
ich hab mich am anfang voll gefreut, endlich ein funktionierendes anonymes filesharingprog zu haben (freenet und mute laufen bei mir
nicht wirklich). ich hab dann mal aus interesse geschaut, obs testberichte ect. über die anonymität von filetopia gibt und bin dann hier
gelandet. hab mich mal durchgelesen und dann is mir aufgefallen, dass ich mir nicht wirklich gedanken drüber gemacht hab, ob filetopia
auch wirklich so funktioniert, wie beschrieben, zb auch bei netzwelt.de ( http://netzwelt.de/news/71979_2-anonymes-filesharing-sichere-p2pnetze.html )
in einem anderen artikel (http://www.netzwelt.de/news/32688_5-filetopia-filesharing-anonym-und-sicher.html) steht, dass man eine liste der geshareten files eines nutzers anzeigen kann und damit ist des ja auch nicht mehr so wirklich anonym.
was mir auch aufgefallen ist, ist dass anscheinend die anonymität durch zufällige tcp/ip-ports ( http://p2p.at-web.de/filetopia.htm ) erreicht wird,
obwohl ja im netzwelt-artikel steht dies geschehe mittels ip-bouncer. wenn ich falsch liege, berichtigt mich bitte, aber meines wissens nach, dienen zufällige ports ja nicht der anonymität!!
ich werde sicherlich auf ein anderes programm umsteigen, da ich da sicher sein kann, dass es auch wirklich funktioniert. hatte nämlich auch
earthstation 5 und will nicht nochmal so eine überraschung erleben.
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Markus on August 16, 2005, 12:42:59 PM
als erstes muss ich sagen, dass das hier ein super forum ist mit wirklich vielen nützlichen infos!!!
Danke, so was hören wir natürlich immer gern ;D

Quote
die übersicht über die verschiedenen ap2p-tools fand ich sehr interessant, da ich einige noch gar nicht kannte.
Ja, es gibt mittlerweile (zum Glück) eine ganz erkleckliche Anzahl an anonymen P2P-Tools. Das sah vor drei Jahren noch ganz anders aus ;)

Quote
ich habe mir heute filetopia runtergeladen und ich muss sagen, echt schöne oberfläche und auch einfach zu benutzen.
ich hab mich am anfang voll gefreut, endlich ein funktionierendes anonymes filesharingprog zu haben (freenet und mute laufen bei mir
nicht wirklich). ich hab dann mal aus interesse geschaut, obs testberichte ect. über die anonymität von filetopia gibt und bin dann hier
gelandet. hab mich mal durchgelesen und dann is mir aufgefallen, dass ich mir nicht wirklich gedanken drüber gemacht hab, ob filetopia
auch wirklich so funktioniert, wie beschrieben, zb auch bei netzwelt.de ( http://netzwelt.de/news/71979_2-anonymes-filesharing-sichere-p2pnetze.html )
in einem anderen artikel (http://www.netzwelt.de/news/32688_5-filetopia-filesharing-anonym-und-sicher.html) steht, dass man eine liste der geshareten files eines nutzers anzeigen kann und damit ist des ja auch nicht mehr so wirklich anonym.
was mir auch aufgefallen ist, ist dass anscheinend die anonymität durch zufällige tcp/ip-ports ( http://p2p.at-web.de/filetopia.htm ) erreicht wird,
obwohl ja im netzwelt-artikel steht dies geschehe mittels ip-bouncer. wenn ich falsch liege, berichtigt mich bitte, aber meines wissens nach, dienen zufällige ports ja nicht der anonymität!!

Ich habe es zwar weiter oben im Thread schon erwähnt, aber ich sag´s einfach nochmal: Eine schöne Oberfläche ist noch lange nicht alles. Viel wichtiger ist, was sich hinter den Kulissen abspielt.

Quote
ich werde sicherlich auf ein anderes programm umsteigen, da ich da sicher sein kann, dass es auch wirklich funktioniert. hatte nämlich auch
earthstation 5 und will nicht nochmal so eine überraschung erleben.
Das ist auch der Grund, weshalb du hier nur Programme finden wirst, die im Sourcecode vorliegen. Ansonsten gilt: Einfach mal diverse Applikationen ausprobieren. Nicht alle sind schon schon so benutzerfreundlich, als daß man sie ohne weiteres empfehlen könnte...;)

Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Nemo on August 18, 2005, 05:15:56 PM
Ansonsten gilt: Einfach mal diverse Applikationen ausprobieren. Nicht alle sind schon schon so benutzerfreundlich, als daß man sie ohne weiteres empfehlen könnte...;)
Man könnte auch sagen, wenn die Software für ein "anonymes" P2P Netzwerk bedienerfreundlich und das Dateiangebot riesig ist, so ist das P2P Netzwerk eher ein "weniger anonymes" Netzwerk.  ;D

Momentan noch sind Bedienerfreundlichkeit zusammen mit Riesenauswahl indirekt proportional zur Anonymität des P2P Netzwerkes...  ;D Vielleicht ändert sich das irgendwann.

MfG,
Nemo.
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: PF on December 21, 2005, 12:05:48 PM
Ich denke das die größte Akzeptanz beim normalen User erreicht werden würde, wenn man ein "rundum Sorglospaket" (mit ner schicken grafischen Oberfläche) schnüren würde, das schon vorkonfiguriert ist. Also eine selbstbootende CD auf Linuxbasis ala Knoppix, die dann z.B. auf externe TrueCrypt Files mountet und dort alle Einstellungen, Downloads etc. speichert. Dieses könnte man vielleicht auch mittels dem VMware Player unter Windows installieren.
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Markus on December 21, 2005, 08:18:15 PM
Ich denke das die größte Akzeptanz beim normalen User erreicht werden würde, wenn man ein "rundum Sorglospaket" (mit ner schicken grafischen Oberfläche) schnüren würde, das schon vorkonfiguriert ist.
Generell ist das eine gute Idee, allerdings wird es sehr wahrscheinlich an der Technik scheitern. Im speziellen sehe ich folgende Probleme:

1. Mit einer tollen Oberfläche und einem schicken Setup-Programm allein kommt man nicht sehr weit. Zumindest das Basiswissen sollte vorhanden sein, wenn man sich mit anonymen Netzwerken oder Tauschbörsen beschäftigen möchte, und genau da sehe ich den Knackpunkt: Nur wenige sind bereit, sich in die oft komplexe Materie einzuarbeiten

Quote
Also eine selbstbootende CD auf Linuxbasis ala Knoppix, die dann z.B. auf externe TrueCrypt Files mountet und dort alle Einstellungen, Downloads etc. speichert. Dieses könnte man vielleicht auch mittels dem VMware Player unter Windows installieren.

2. Man kann sicher mit entsprechendem Aufwand eine eigene Distribution basteln, die vorkonfigurierte Versionen von ANts, I2P oder sonstigen Programmen enthält. Allerdings wird man um etwas Feintuning an der Konfiguration nicht umhin kommen, und damit wären wir wieder bei Punkt 1. Davon abgesehen muß diese Distribution natürlich auch gepflegt werden, wenn es Updates usw. gibt

3. Nicht jeder kann mit Linux was anfangen. Viele bekommen ja schon Haarausfall, wenn sie ein Linux nur von weitem sehen ;D Ich bevorzuge daher eher den Ansatz, zu den am häufigsten auftauchenden Fragen ein How To zu erstellen

Aber du bringst mich mit deinem Vorschlag gerade auf folgende Idee (Achtung, leicht off-topic  ;)):

Wie wäre es denn mit so etwas?

(http://www.uploadhouse.com/images/617187487bitsucker_with_anonp2p.jpg)

BitSucker ist ein Tool, das aus meiner Feder stammt und dazu dient, schnell und einfach individuelle CDs/DVDs mit Freeware und Open Source-Anwendungen zu erstellen. Dazu werden alle selektierten Anwendungen heruntergeladen und auf Wunsch gleich ein ISO-File zum Brennen erstellt; weitere Infos dazu gibt es hier (http://sektor9.planetpeer.de/index.php/topic,286.0.html).

So, nun aber zum eigentlichen Punkt: BitSucker ist recht flexibel, da alle bereitgestellten Anwendungen in der Bitsucker-Datenbank (http://sektor9.planetpeer.de/index.php/topic,293.0.html) hinterlegt sind. Diese liegt im ASCII-Format vor und läßt sich beliebig anpassen; es wäre deshalb (wie im Screenshot ersichtlich) kein Problem, eine eigene kleine DB anzulegen, in der die wichtigsten anonymen P2P-Clients hinterlegt sind. Parallel dazu lassen sich auch Links auf How To´s oder sonstige Dokumente zum Herunterladen einbinden, so daß man im Endeffekt tatsächlich einen "Best Of Anonymous P2P"-Sampler mit aktuellen Clients und Doku erhält 8)

CU,
Markus





Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Nemo on December 22, 2005, 08:26:41 PM
Ich denke das die größte Akzeptanz beim normalen User erreicht werden würde, wenn man ein "rundum Sorglospaket" (mit ner schicken grafischen Oberfläche) schnüren würde, das schon vorkonfiguriert ist.
Bei der Akzeptanz hast du recht. Um ein möglichst grossen Nutzerkreis anzusprechen, muss heutige Software bedienerfreundlich sein. Aber ich bin gleicher Meinung wie Markus:
Der Nutzer muss etwas Grundkenntnisse erlernen, um wirklich anonym zu sein und weiterhin anonym zu bleiben. Er kann noch so eine anonyme Chatverbindung verwenden, wenn er Angaben aus seinem "real life" angibt, so kann er unter Umständen ausfindig gemacht werden. Weitere Vergleiche, die in die gleiche Richtung zielen:
-Ein Firmennetz mit sehr restriktiven Sicherheitsrichtlinien. Dann hängt ein Mitarbeiter einen offenen Access Point ins Netzwerk..
-Ein anonymer Nutzer berichtet in einem nicht-anonymen Kommunikationsmedium über die gleichen Probleme wie in seinem anonymen Forum...

Quote
Also eine selbstbootende CD auf Linuxbasis ala Knoppix, die dann z.B. auf externe TrueCrypt Files mountet und dort alle Einstellungen, Downloads etc. speichert. Dieses könnte man vielleicht auch mittels dem VMware Player unter Windows installieren.
DAS finde ich eine tolle Idee!! Gibt es schon so etwas in dieser Richtung, oder muss man selber Knoppix remastern?  ::)
Da der PC idealerweise mit dieser CD gebootet wird, ist die Gefahr von Trojanern gebannt. Es müsste halt einiges blockiert werden, damit diese anonymen Nutzer nicht sofort ihre Anonymität verlieren.
Logischerweise ist die Anonymität nicht garantiert, und diese Boot-CD könnte zu mehr Risikobereitschaft bei den Benutzern führen (z.B. anonymes Surfen über Tor, dabei telefoniert ein böses Java-Applet nach Hause und übermittelt irgendwelche Nutzerdaten). So ist zum Beispiel die Anonymität auch im Eimer, wenn jemand physikalischen Zugriff auf den PC hat (Keylogger an PS/2-Schnittstelle (http://www.thinkgeek.com/gadgets/electronic/5a05/)).

Alles in allem ein interessanter Gedanke.  :)

MfG,
Nemo.
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: PF on December 23, 2005, 06:52:35 AM
Ich denke das die größte Akzeptanz beim normalen User erreicht werden würde, wenn man ein "rundum Sorglospaket" (mit ner schicken grafischen Oberfläche) schnüren würde, das schon vorkonfiguriert ist.
Generell ist das eine gute Idee, allerdings wird es sehr wahrscheinlich an der Technik scheitern. Im speziellen sehe ich folgende Probleme:

1. Mit einer tollen Oberfläche und einem schicken Setup-Programm allein kommt man nicht sehr weit. Zumindest das Basiswissen sollte vorhanden sein, wenn man sich mit anonymen Netzwerken oder Tauschbörsen beschäftigen möchte, und genau da sehe ich den Knackpunkt: Nur wenige sind bereit, sich in die oft komplexe Materie einzuarbeiten

Eben weil die wenigsten bereit bzw. in der Lage sind sich in diese komplexe Materie einzulesen, müsste man Ihnen auf diese Art unter die Arme greifen. Ich würde mir das so vorstellen, das wärend der Installation ein auf die wichtigsten Punkte reduzierter Hilfetext, die Installation begleitet, dadurch lernen die User gleich bei der Installation. Eine ausführliche HOWTO müsste natürlich auch mit angeboten werden, die dann direkt auf dem Desktop liegt.


Quote
2. Man kann sicher mit entsprechendem Aufwand eine eigene Distribution basteln, die vorkonfigurierte Versionen von ANts, I2P oder sonstigen Programmen enthält. Allerdings wird man um etwas Feintuning an der Konfiguration nicht umhin kommen, und damit wären wir wieder bei Punkt 1. Davon abgesehen muß diese Distribution natürlich auch gepflegt werden, wenn es Updates usw. gibt

Daher würde ich bei der Hauptinstallation auch nur auf die vielversprechendsten Pferde setzen, damit der Aufwand der Pflege nicht zu groß wird. Selbstverständlich kann man die neusten Pakete von anderen Progis auch auf diese Distribution packen, diese werden aber bei der Hauptinstallation nicht mitinstalliert und sind nur für die fortgeschrittenen Anwender gedacht. Außerdem hat das zusätzlich den Vorteil das man den Strom der breiten Masse z.B. auf ein P2P lenken kann, was die Verfügbarkeit von Tauschfiles deutlich erhöhen würde.

Quote
3. Nicht jeder kann mit Linux was anfangen. Viele bekommen ja schon Haarausfall, wenn sie ein Linux nur von weitem sehen ;D Ich bevorzuge daher eher den Ansatz, zu den am häufigsten auftauchenden Fragen ein How To zu erstellen

Aber du bringst mich mit deinem Vorschlag gerade auf folgende Idee (Achtung, leicht off-topic  ;)):

Wie wäre es denn mit so etwas?

(http://www.uploadhouse.com/images/617187487bitsucker_with_anonp2p.jpg)

BitSucker ist ein Tool, das aus meiner Feder stammt und dazu dient, schnell und einfach individuelle CDs/DVDs mit Freeware und Open Source-Anwendungen zu erstellen. Dazu werden alle selektierten Anwendungen heruntergeladen und auf Wunsch gleich ein ISO-File zum Brennen erstellt; weitere Infos dazu gibt es hier (http://sektor9.planetpeer.de/index.php/topic,286.0.html).

So, nun aber zum eigentlichen Punkt: BitSucker ist recht flexibel, da alle bereitgestellten Anwendungen in der Bitsucker-Datenbank (http://sektor9.planetpeer.de/index.php/topic,293.0.html) hinterlegt sind. Diese liegt im ASCII-Format vor und läßt sich beliebig anpassen; es wäre deshalb (wie im Screenshot ersichtlich) kein Problem, eine eigene kleine DB anzulegen, in der die wichtigsten anonymen P2P-Clients hinterlegt sind. Parallel dazu lassen sich auch Links auf How To´s oder sonstige Dokumente zum Herunterladen einbinden, so daß man im Endeffekt tatsächlich einen "Best Of Anonymous P2P"-Sampler mit aktuellen Clients und Doku erhält 8)

Das wäre auch eine Möglichkeit, die man sehr schnell umsetzen könnte, allerdings müsste der User schon wieder etliche Programme selbst installieren und sich mehr Gedanken  machen, also nix für DAUs ;)

Daher würde ich um Windows Usern die Sache schmackhaft zu machen eher auf den VMware Player setzen, schließlich ist der Freeware und man kann z.B. mit ner Trailversion von VMware ein VMware Image von der Linuxiso machen. Der Vorteil wäre das man nur eine Distri pflegen müsste.

Gruß PF
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: PF on December 23, 2005, 08:27:15 AM
Ich denke das die größte Akzeptanz beim normalen User erreicht werden würde, wenn man ein "rundum Sorglospaket" (mit ner schicken grafischen Oberfläche) schnüren würde, das schon vorkonfiguriert ist.
Bei der Akzeptanz hast du recht. Um ein möglichst grossen Nutzerkreis anzusprechen, muss heutige Software bedienerfreundlich sein. Aber ich bin gleicher Meinung wie Markus:
Der Nutzer muss etwas Grundkenntnisse erlernen, um wirklich anonym zu sein und weiterhin anonym zu bleiben. Er kann noch so eine anonyme Chatverbindung verwenden, wenn er Angaben aus seinem "real life" angibt, so kann er unter Umständen ausfindig gemacht werden. Weitere Vergleiche, die in die gleiche Richtung zielen:
-Ein Firmennetz mit sehr restriktiven Sicherheitsrichtlinien. Dann hängt ein Mitarbeiter einen offenen Access Point ins Netzwerk..
-Ein anonymer Nutzer berichtet in einem nicht-anonymen Kommunikationsmedium über die gleichen Probleme wie in seinem anonymen Forum...

Wie ich schon bei Markus geschrieben habe könnte man gewisse Grundkenntnisse schon bei der Installation vermitteln. Ganz wird man aber nie nen DAU zu einem erfahrenen User umerziehen können! :D

Quote
Quote
Also eine selbstbootende CD auf Linuxbasis ala Knoppix, die dann z.B. auf externe TrueCrypt Files mountet und dort alle Einstellungen, Downloads etc. speichert. Dieses könnte man vielleicht auch mittels dem VMware Player unter Windows installieren.
DAS finde ich eine tolle Idee!! Gibt es schon so etwas in dieser Richtung, oder muss man selber Knoppix remastern?  ::)
Da der PC idealerweise mit dieser CD gebootet wird, ist die Gefahr von Trojanern gebannt. Es müsste halt einiges blockiert werden, damit diese anonymen Nutzer nicht sofort ihre Anonymität verlieren.

Also mir ist noch keine Distir bekannt. Da ich (leider) auch nicht ein Linuxprofi bin, kann ich sowas nich zusammen bauen. Aber ich bin mir sicher hier gibt es einige Leute die das Kind schon schaukeln könnten.

In diesem Zusammenhang habe ich eine OT Frage:

Ich möchte auf nem Linuxserver eine Festplattenverschlüsselungssoftware ala Truecrypt installieren, leider klappt das mit Truecrypt nicht, da der dort installierte Kernel, nicht ein Standartkernel ist und mir eine Neukompellierung zu risikoreich ist. Kennt jemand ne gute Alternative die kernelunabhängig unter SUSE läuft bzw. wie man eventuell Truecrypt doch noch zum laufen bringt?


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Logischerweise ist die Anonymität nicht garantiert, und diese Boot-CD könnte zu mehr Risikobereitschaft bei den Benutzern führen (z.B. anonymes Surfen über Tor, dabei telefoniert ein böses Java-Applet nach Hause und übermittelt irgendwelche Nutzerdaten). So ist zum Beispiel die Anonymität auch im Eimer, wenn jemand physikalischen Zugriff auf den PC hat (Keylogger an PS/2-Schnittstelle (http://www.thinkgeek.com/gadgets/electronic/5a05/)).

Gegen DAUs ist kein Kraut gewachsen, außer man versucht den DAU zum normalen User umzuerziehen, in dem man Ihm die wichtigsten Regeln vermittelt. Wer mit physikalischen Mitteln ausspioniert wird, muss (sofern er sie bemerkt) auf andere Mittel zurrückgreifen und gehört meines Erachtens nicht zu der Personengruppe die hier angesprochen werden soll.

Gruß PF
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Markus on December 23, 2005, 05:32:22 PM

In diesem Zusammenhang habe ich eine OT Frage:

Ich möchte auf nem Linuxserver eine Festplattenverschlüsselungssoftware ala Truecrypt installieren, leider klappt das mit Truecrypt nicht, da der dort installierte Kernel, nicht ein Standartkernel ist und mir eine Neukompellierung zu risikoreich ist. Kennt jemand ne gute Alternative die kernelunabhängig unter SUSE läuft bzw. wie man eventuell Truecrypt doch noch zum laufen bringt?
TrueCrypt kann in der aktuellen Version 4.1 (noch) keine Container bzw. verschlüsselte Partitionen unter Linux erzeugen. Man kann aber auf jeden Fall auf einer Windows-Box einen Container erzeugen, diesen auf den Linux-Server kopieren und dort mounten.

Ansonsten fällt mir noch Cryptoloop ein. Ein How To dazu findest du hier (http://www.tldp.org/HOWTO/Cryptoloop-HOWTO/).

CU,
Markus
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Captain Future on June 04, 2006, 07:54:10 PM
Super Einleitung. Vielen Dank! Was mich dazu noch interessieren würde: Wie ist der Stand jetzt - fast ein halbes Jahr nach dem letzten Eintrag in diesem Thread?

Hat sich bei MUTE inzwischen doch noch etwas getan bezüglich Aktualisierungen? Immerhin verwenden laut der hiesigen Umfrage offenbar mehr als die Hälfte MUTE.

Gibt es zu ANts weiterhin so viele Updates oder läuft es inzwischen etwas stabiler? Hat sich bei Hornetp2p nochmal etwas getan? Was ist mittlerweile aus dem Problem mit der begrenzten Anzahl von Usern bei I2P geworden?

Ach ja, und was hatte es denn mit Earth Station 5 auf sich? Würde mich freuen, wenn mich jemand kurz aufklären könnte.  ::)


Gruß

Captain Future
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Markus on June 04, 2006, 09:36:34 PM
Hallo Captain Future,
Hat sich bei MUTE inzwischen doch noch etwas getan bezüglich Aktualisierungen? Immerhin verwenden laut der hiesigen Umfrage offenbar mehr als die Hälfte MUTE.
Nach ca. 1,5 Jahren Pause bei der Entwicklung von MUTE steht Version 0.5 in den Startlöchern. Mehr Infos dazu findest du in den MUTE-Foren.

Quote
Gibt es zu ANts weiterhin so viele Updates oder läuft es inzwischen etwas stabiler? Hat sich bei Hornetp2p nochmal etwas getan? Was ist mittlerweile aus dem Problem mit der begrenzten Anzahl von Usern bei I2P geworden?
ANts krankt (leider) nach wie vor an seinen häufigen Updates. Es kann sein, daß es nach einem Update wesentlich stabiler läuft, es kann aber auch genau das Gegenteil der Fall sein. Von einem stabilen Zustand kann man jedenfalls noch nicht sprechen.

HornetP2P kann man mittlerweile wohl getrost von der Liste streichen. Es wird nicht mehr weiterentwickelt.

Glücklicherweise hat sich bei I2P einiges getan, was sich auch in der Anzahl der User niederschlägt. Die Anzahl der aktiven Nodes im I2P-Netz dürfte sich schätzungsweise bei 300-400 bewegen, zumindest dann, wenn man den Statistiken in der Router-Konsole von I2P Glauben schenken darf 8)

Quote

Ach ja, und was hatte es denn mit Earth Station 5 auf sich? Würde mich freuen, wenn mich jemand kurz aufklären könnte.  ::)
Vor langer, langer Zeit gab es in der c´t einen sehr interessanten Artikel über Earth Station 5. Um´s kurz zu machen: Wie nicht anders zu erwarten, war diese Software einfach nur ein ganz massiver Bluff. Weitere Infos dazu findest du hier (http://www.heise.de/newsticker/meldung/42869).
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: teotester on June 05, 2006, 06:17:42 AM
Also mir ist noch keine Distir bekannt. Da ich (leider) auch nicht ein Linuxprofi bin, kann ich sowas nich zusammen bauen. Aber ich bin mir sicher hier gibt es einige Leute die das Kind schon schaukeln könnten.
"GNUnet Live System" Community Preview
Submitted by Nils Durner on Wed, 05/17/2006 - 21:06. Announcements

The "GNUnet Live System" is a virtual machine (VM) for VMware and QEMU based on Debian GNU/Linux.

It is aimed towards new users who want to try GNUnet without installing or compiling it. Also, we want to take part in the VMware Challenge.

The VMware Player is gratis, QEMU is free software.

Please share your thoughts, improvement ideas and problems with us.

Features:
* preconfigured GNU/Linux base system
* easy to setup
* optional online-updates through apt

The link to the torrent file is below (just remove the .txt extension).
Attachment   Size
https://gnunet.org/drupal/files/GNUnet-Live.zip.torrent.txt (https://gnunet.org/drupal/files/GNUnet-Live.zip.torrent.txt)   30.15 KB
https://gnunet.org/drupal/files/GNUnet-Live-2.torrent.txt.txt (https://gnunet.org/drupal/files/GNUnet-Live-2.torrent.txt.txt)   30.16 KB

einer der Entwickler hier mit an "board"

gruss

tt
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: ndurner on June 05, 2006, 09:43:59 AM
... das war die Preview-Version.
Die Ankündigung der endgültigen Version des GNUnet Live-Systems ist hier (http://board.planetpeer.de/index.php/topic,1740.0.html).

Grüße,

Nils
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Captain Future on June 07, 2006, 04:02:05 PM
Hallo Markus, vielen Dank zunächst für die Infos. Ich habe momentan leider etwas wenig Zeit, deshalb muss ich mich kurz fassen.

Nach ca. 1,5 Jahren Pause bei der Entwicklung von MUTE steht Version 0.5 in den Startlöchern. Mehr Infos dazu findest du in den MUTE-Foren.

Da werd ich auf jeden Fall mal reinschauen.   ;)


Glücklicherweise hat sich bei I2P einiges getan, was sich auch in der Anzahl der User niederschlägt. Die Anzahl der aktiven Nodes im I2P-Netz dürfte sich schätzungsweise bei 300-400 bewegen, zumindest dann, wenn man den Statistiken in der Router-Konsole von I2P Glauben schenken darf 8)

Von welcher Anzahl an Usern wäre denn in etwa bei den anderen anonymen Netzwerken zur Zeit auszugehen, so zum Vergleich?  ???


Vor langer, langer Zeit gab es in der c´t einen sehr interessanten Artikel über Earth Station 5. Um´s kurz zu machen: Wie nicht anders zu erwarten, war diese Software einfach nur ein ganz massiver Bluff. Weitere Infos dazu findest du hier (http://www.heise.de/newsticker/meldung/42869).

Ah ja, sehr interessant. Es könnte sein, dass ich die betreffenden Ausgaben der c't noch da hab. Muss ich mal nachsehen.


Gruß

Captain Future
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Markus on June 08, 2006, 09:36:52 AM
Von welcher Anzahl an Usern wäre denn in etwa bei den anderen anonymen Netzwerken zur Zeit auszugehen, so zum Vergleich?  ???
In der I2P-Routerkonsole wird ja die Anzahl der Nodes immer angezeigt, deshalb kann man hier einigermaßen exakte Zahlen nennen. Bei anderen Netzwerken wird es hingegen schwieriger, da beispielsweise weder MUTE noch ANts die Anzahl der aktiven Nodes anzeigen. In diesem Fall hilft einfach nur, nach diversen Files zu suchen und sich nach der Faustformel "Viel Content, viele Nodes" zu richten ;D

Als Indikator kannst du natürlich auch unsere Umfrageergnisse (http://board.planetpeer.de/index.php/topic,1730.0.html) verwenden, da sie recht aktuell sind. Gemäß dieser Umfrage liegt derzeit I2P auf Platz 1.
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: rb2k on June 08, 2006, 10:48:31 AM
Von welcher Anzahl an Usern wäre denn in etwa bei den anderen anonymen Netzwerken zur Zeit auszugehen, so zum Vergleich?  ???
In der I2P-Routerkonsole wird ja die Anzahl der Nodes immer angezeigt, deshalb kann man hier einigermaßen exakte Zahlen nennen. Bei anderen Netzwerken wird es hingegen schwieriger, da beispielsweise weder MUTE noch ANts die Anzahl der aktiven Nodes anzeigen. In diesem Fall hilft einfach nur, nach diversen Files zu suchen und sich nach der Faustformel "Viel Content, viele Nodes" zu richten ;D

Als Indikator kannst du natürlich auch unsere Umfrageergnisse (http://board.planetpeer.de/index.php/topic,1730.0.html) verwenden, da sie recht aktuell sind. Gemäß dieser Umfrage liegt derzeit I2P auf Platz 1.



wobei bei I2P natürlich noch recht unklar ist WO die ganzen Nodes sind... I2P ist ja nicht primär zum filesharing da :(
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: streaming-aloa5 on June 08, 2006, 11:23:23 AM
Vielleicht kann man in die Übersicht RShare mit aufnehmen ?

...und nachdem ich den P2P-Survey der französischen Fakultät gelesen hatte, habe ich mich gegen Mute entschieden. Es blieben nach der Lektüre Ants und I2P übrig...und nun RShare.

Ich finde, wenn man schon auf ein neues "Pferd" setzt, sollte man nicht eine unsichere oder ineffektive Lösung setzen.

Bei I2P geht mir die Entwicklung entschieden zu langsam und man scheint noch ewig weit von der 1.0 entfernt. Ausserdem kommen die eigentlichen Programmtechnischen Probleme wie das Garlic-Routing anscheinend erst noch. I2P vor nächstem oder übernächstem Jahr "in Betrieb" zu nehmen halte ich für eher unproduktiv.

Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Markus on June 08, 2006, 11:32:55 AM
wobei bei I2P natürlich noch recht unklar ist WO die ganzen Nodes sind... I2P ist ja nicht primär zum filesharing da :(
Stimmt, das hatte ich vergessen zu erwähnen. Wenn x Nodes angezeigt werden, dann ist das die Gesamtanzahl aller Nodes im I2P-Netz (ungeachtet dessen, was diese Nodes so treiben).
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Markus on June 08, 2006, 11:45:24 AM
Vielleicht kann man in die Übersicht RShare mit aufnehmen ?
Ja, das nehme ich noch mit auf.

Quote
...und nachdem ich den P2P-Survey der französischen Fakultät gelesen hatte, habe ich mich gegen Mute entschieden. Es blieben nach der Lektüre Ants und I2P übrig...und nun RShare.
Was spricht denn gegen MUTE?

Quote
Bei I2P geht mir die Entwicklung entschieden zu langsam und man scheint noch ewig weit von der 1.0 entfernt. Ausserdem kommen die eigentlichen Programmtechnischen Probleme wie das Garlic-Routing anscheinend erst noch. I2P vor nächstem oder übernächstem Jahr "in Betrieb" zu nehmen halte ich für eher unproduktiv.
Ich bin - was die Entwicklung bei I2P angeht - etwas anderer Meinung. Klar gibt es noch eine Menge zu tun, bis Version 1.0 released wird, aber immerhin gibt es regelmäßige Updates und Fortschritte sind mehr oder weniger deutlich sichtbar. Viel wichtiger ist aber die Tatsache, daß I2P bereits jetzt schon prima funktioniert. Damit meine ich sowohl I2P als Layer selber als auch die darauf aufbauenden Dienste wie IRC, eepsites, Filesharing usw.

Die Entwickler weisen im übrigen selber darauf hin, daß ein militärischer Sicherheitsgrad bei weitem noch nicht erreicht ist. Für Standardanwendungen reichen die heute schon implementierten Sicherheits- und Anonymitätsmaßnahmen bereits aus.
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: streaming-aloa5 on June 08, 2006, 02:18:04 PM
So, ich war kurz weg und kann Dir teilweise die Frage zwecks Mute beantworten:

http://www.lix.polytechnique.fr/~tomc/Papers/AnonyP2PSurvey.pdf

Quote
Mute
uses a three-stage probabilistic time-to-live counter to avoid ooding the net-work.
The time-to-live is reduced by a value proportional to the number of
results found at a node and the number of connections the search message is
forwarded to. This stops a node being ooded with too many responses, while
allowing searches for less common files to go further. However, analysis of the
counter may allow a statistical attack.

Quote
Multiple Attackers or Identities: If attackers can make repeated con-nections
to a single node with different identities, the anonymity of that node
is usually lost. Some theoretical systems have complicated joining procedures to
prevent attackers surrounding a single node. However, most implemented sys-tems
do not. This is one of the biggest security issues in up and running networks
such as Mute or Ants. Attackers can make repeated connections to the same node
and send that node a request for a file with an expired time-to-live counter.
If
the request is forwarded it will most likely go to one of the attackers, so if the
attackers get any responses to their request they know it came from the node
under attack.

Zusätzlich: Trägheit des Programmierers und ich weiss nicht mehr, welcher Programmierer es war, der mal (bei Slyck) zum Besten gegeben hat, das er auf die besonderen Anonymitäts-Bedürfnisse einiger weniger keine Rücksicht nehmen will (irgend so etwas habe ich noch im Hinterkopf; ...oder Alzheimer *rofl* ).

Ich traue daher nicht dem Programmierer und damit auch nicht dem Programm zu, es "zu schaffen". Mag sein, das RShare ähnliche Risiken birgt, aber wenn so etwas offensichtlich ist und umgangen werden kann, macht es Lars sicherlich auch.

wg. I2P: um die Sicherheit an sich mache ich mir weniger Sorgen. Aber ständig kommen neue Updates mit fehlender Rückwärtskompatibilität ´raus. Das verbietet derzeit noch einen grösseren Ansturm. Und bei den noch ausstehenden Arbeiten ist auch nicht innerhalb der von mir genannten Zeitspanne damit zu rechnen, das sich das ändert.

Es funktioniert....aber nur so lange, wie 90% der Nodes die Versionswechsel schnell genug umsetzen. 1000 User mehr und die Trägheit der Masse und es wird zunehmend schwierig. Auch wenn ich es für das vielleicht Beste Programm halte.





Edit: habe die Story gefunden : hxxp://www.slyck.com/news.php?story=567

Quote
MUTE provides very low-level privacy. Although the information travelling between individual nodes is encrypted, each node has full access to the data travelling through the network.

...naja....ist schon älter ...ich sag nix  :-X
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: dulzinea on December 19, 2006, 03:37:31 PM
So, das FAQ war das erste nachdem ich euer Board gefunden habe was ich gelesen habe. Übrigens eine tolle Sache sich für Sicherheit und Annonymität zu interessieren, nicht nur beim Filesharing. ;)

Da der Einleitetext sehr umfangreich war habe ich mir eine Übersicht mit Stichpunkten gemacht um zu entscheiden was ich für das beste Netzwerk halte.

Das ist jetzt mein Eindruck den ich aus der Übersicht gewonnen habe. Hoffe es interessiert euch. :D Oben die "schlechten" und unten die "guten" soweit ich das Beurteilen kann. nur - ist nur viel Text als Stichpunkt und 1: ist persönliche Meinung.

Exoten
- Nicht benutzen, Erklärung auf Startseite.

MUTE
- keine end-to-end verschlüsselung
- keine neuen Versionen geplant

Hornetp2p
- voraussichtlich keine neuen Versionen daher nicht geeignet

Freenet
- Fazit: Für den Anfänger der denkbar ungeeignetste Einstieg in die die Welt der aN, zumal Freenet
auch nicht primär für Filesharing entwickelt wurde.

Entropy
- nur ein Entwickler
- RSA Verschlüsselung
- klein, übersichtlich
- Einsteiger ungeeignet
- für Filesharing uninteressant für anonyme Veröffentlichung interessant

ANts
- Point-to-Point & End-to-End (D-H + AES)
- leicht zu bedienen
- viele, vielleicht zu viele Updates, dadurch instabil
- nur ein Autor
- geringe Dateihaltungsdauer

RShare
- Point-to-Point (RSA + Rijndael)
- keine End-to-End Verschlüsselung! Ist die noch geplant?
- zur Zeit nur Vorabversionen
- noch recht neu und unbekannt daher wenig Benutzer
- ANTs oder MUTE ebenbürtig, eventuell überlegen
- Linux Version bald
- bleibt zu Beobachten
- 1: Habe mir RShare zwar als erstes angeschaut, macht einen guten Eindruck aber das es nur eine Vorabversion ist und keine End-to-End Verschlüsselung hat ist es erstmal rausgefallen. (Sobald eine Zwischenstation nicht vertrauenswürdig ist kann diese auf Grund der fehlenden End-to-End Verschlüsselung schon einmal sehen welche Art von Daten übertragen werden wenn ich das nicht  falsch verstanden habe.)

I2P
- Point-to-Point & End-to-End (D-H + AES)
- wenig populär
- Entwicklerteam
- Filesharing via I2P-BitTorrent, Chat, Mail, Websites alles anonym
- auch für Einsteiger
- Tutorial im I2p-Bit deutsch Forum
- gut funktionierend
- 1: Laut eigener Homepage:
- 1: we are not trying to make something "perfectly anonymous", but instead are working at making attacks more and more expensive to mount.
- 1: Finde ich etwas zu "lasch", schade eigentlich.

GNUnet
- Point-to-Point & End-to-End (RSA + AES)
- wenig populär
- Sicherheit an erster Stelle
- langsam
- wenig verbreitet
- wenig Angebote
- wird von mehreren Freiwilligen programmiert
- Windows Version erst seit kurzem, Massenbenutzung nur eventuell


Eines haben sie glaub ich alle gemeinsam, es wird sehr wenig benutzt und gibt daher wenig Angebote. Ist aber erstmal egal, dann man kann dies ja zumindest zusätzlich laufen lassen um das Netzwerk dadruch zu unterstützen.

Ganz klar am besten steht das GNUnet da. Liegt vieleicht auch daran das ich sowieso schon mit dem Begriff "GNU" gutes verbinde wie Open Source, Sicherheit, Linux und PGP.

Also ich finde man sollte auf das sicherste Nezwerk setzen, da wenn mir Sicherheit unwichtigl ist kann ich auch Direktdownload, Ftp, Irc oder normales Filesharing benutzen. Wenn man da eigentlich ausschließbare Sicherheitsrisikien wie End-to-End Verschlüsselung weglässt finde ich das wenig attraktiv. Auch 1-Mann-Projekte finde ich wenig sinnvoll da irgendwann das Projekt eingestellt werden könnte und es keine notwendigen Sicherheitsfixes mehr gibt.

Was sollte man nun als Einsteiger nutzen? Erstmal über alle eine Übersicht machem, alle ausprobieren? Oder so wie ich nur auf das sicherste Netzwerk setzen? Oder die 1-2 besten Programme zumindest erstmal beiläufig mitnutzen?

Bin für alle Arten von Meinungen offen.
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Markus on December 19, 2006, 04:56:06 PM
MUTE
- keine end-to-end verschlüsselung
- keine neuen Versionen geplant
Ob neue Versionen geplant sind oder nicht, kann ausschließlich Jason Rohrer sagen. Schließlich stammt MUTE aus seiner Feder und er ist sozusagen der geistige Vater dieses Projekts. Allerdings haben die letzten Jahre gezeigt, daß MUTE tatsächlich nicht merklich weiterentwickelt wurde.

Quote
Hornetp2p
- voraussichtlich keine neuen Versionen daher nicht geeignet
Gut, daß du´s erwähnst. Das Projekt scheint mittlerweile gestorben zu sein, deshalb werde ich es auch aus der Übersicht rausnehmen.


Quote
ANts
- Point-to-Point & End-to-End (D-H + AES)
- leicht zu bedienen
- viele, vielleicht zu viele Updates, dadurch instabil
- nur ein Autor
- geringe Dateihaltungsdauer
Zum Thema End-To-End-Verschlüsselung werde ich gleich noch mehr sagen, aber zuerst noch ein paar Punkte zu ANts:

Die Zeit der (vielen) Updates für ANts ist zumindest momentan vorbei. In den letzten Wochen gab es weder Updates und Gwren (der Autor) hat sich einmal dahingehend geäußert, daß ANts mittlerweile ein riesiger Tarball geworden ist, dessen Pflege immer aufwendiger wird. Es gibt zwar ANts-Mods, aber die sind weder weit verbreitet noch basieren sie auf dem ANts-Prinzip (Kerjodando).

Quote
RShare
- Point-to-Point (RSA + Rijndael)
- keine End-to-End Verschlüsselung! Ist die noch geplant?
- zur Zeit nur Vorabversionen
- noch recht neu und unbekannt daher wenig Benutzer
- ANTs oder MUTE ebenbürtig, eventuell überlegen
- Linux Version bald
- bleibt zu Beobachten
- 1: Habe mir RShare zwar als erstes angeschaut, macht einen guten Eindruck aber das es nur eine Vorabversion ist und keine End-to-End Verschlüsselung hat ist es erstmal rausgefallen. (Sobald eine Zwischenstation nicht vertrauenswürdig ist kann diese auf Grund der fehlenden End-to-End Verschlüsselung schon einmal sehen welche Art von Daten übertragen werden wenn ich das nicht  falsch verstanden habe.)
Da das Thema End-to-End-Verschlüsselung immer wieder hochkommt, werde ich dazu demnächst einen ausführlichen Beitrag schreiben und den so festpinnen, daß man ihn gar nicht überlesen kann. ;)

Fakt ist: End-to-End-Verschlüsselung ist per se nicht sicherer als Point-to-Point-Verschlüsselung, da sie für Man-in-the-middle-Attacken anfällig ist. Aus diesem Grund sollte man eine nicht vorhandene Point-to-Point-Verschlüsselung nicht überbewerten.

Mehr zu diesem Thema findest du übrigens hier: http://mute-net.sourceforge.net/personInTheMiddle.shtml


Sicher ist RShare jünger als ANts und MUTE, aber deswegen nicht unsicherer oder schlechter. Ganz im Gegenteil: Wenn du die rasante Entwicklung von RShare hier im Board mitverfolgt hast, dann wirst du feststellen, daß Lars sich wirklich Mühe gibt, neue Features so schnell wie möglich umzusetzen und Fehler auszumerzen.

Momentan hat MUTE noch die Nase vorn, wenn es um reine Nutzerzahlen geht. Ich bin aber absolut sicher, daß sich das mittelfristig auch ändern wird, und zwar spätestens ab dem ersten offiziellen Release von RShare.

Quote
I2P
- Point-to-Point & End-to-End (D-H + AES)
- wenig populär
- Entwicklerteam
- Filesharing via I2P-BitTorrent, Chat, Mail, Websites alles anonym
- auch für Einsteiger
- Tutorial im I2p-Bit deutsch Forum
- gut funktionierend
- 1: Laut eigener Homepage:
- 1: we are not trying to make something "perfectly anonymous", but instead are working at making attacks more and more expensive to mount.
- 1: Finde ich etwas zu "lasch", schade eigentlich.
Obgleich I2P nie primär für anonymes Filesharing entwickelt wurde, läuft speziell I2P-BT seit dem letzten I2P-Release wie am Schnürchen. Allein das ist schon ein Grund, sich einmal näher mit I2P zu beschäftigen. An dieser Stelle deshalb auch ein Hinweis meinerseits: Wie bereits angekündigt, werde ich in nächster Zeit die ganzen I2P How to´s und Tutorials überarbeiten und konsolidieren. Damit sollte die Inbetriebnahme eines I2P-Routers niemanden mehr vor unlösbare Probleme stellen...8)

Was das Thema "lasch" angeht: Es gibt ganz klare Aussagen des I2P-Teams, daß I2P im derzeitigen Stadium zwar sehr gut funktioniert, aber noch keine 100%ige Sicherheit und Anonymität bietet. Allerdings geht es vom Funktionsumfang deutlich über andere Mitbewerber hinaus, und ich behaupte, daß die I2P-Leute etwas von ihrem Handwerk verstehen. Von daher kann ich jedem nur empfehlen, es sich zumindest mal kurz anzuschauen.


Quote
Ganz klar am besten steht das GNUnet da. Liegt vieleicht auch daran das ich sowieso schon mit dem Begriff "GNU" gutes verbinde wie Open Source, Sicherheit, Linux und PGP.
Vielleicht kannst du ja kurz erläutern, weshalb GNUnet aus deiner Sicht am besten dasteht? Das interessiert mich.

Quote
Also ich finde man sollte auf das sicherste Nezwerk setzen, da wenn mir Sicherheit unwichtigl ist kann ich auch Direktdownload, Ftp, Irc oder normales Filesharing benutzen. Wenn man da eigentlich ausschließbare Sicherheitsrisikien wie End-to-End Verschlüsselung weglässt finde ich das wenig attraktiv. Auch 1-Mann-Projekte finde ich wenig sinnvoll da irgendwann das Projekt eingestellt werden könnte und es keine notwendigen Sicherheitsfixes mehr gibt.
Das sicherste Netz muß nicht zwangsläufig auch das populärste sein. Wenn es eine grauenhafte Oberfläche hat und nur von absoluten Geeks zu bedienen ist, dann wird es auch keine Akzeptanz bei der breiten Masse finden (selbst wenn die zugrundeliegende Technik absolut konkurrenzlos sein sollte ;)).

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Was sollte man nun als Einsteiger nutzen? Erstmal über alle eine Übersicht machem, alle ausprobieren? Oder so wie ich nur auf das sicherste Netzwerk setzen? Oder die 1-2 besten Programme zumindest erstmal beiläufig mitnutzen?

Bin für alle Arten von Meinungen offen.
Kommt darauf an, was du machen möchtest:

a) Reines anonymes Filesharing? Dann schau dir RShare an. Es hat zwar derzeit noch Probleme mit großen Dateien (> 600 MB), aber kleinere Dateien werden problemlos übertragen. Ansonsten tendiere ich ganz klar zu I2P, da es ganz einfach gut funktioniert ;D

b) Möchtest du anonyme Dienste anbieten bzw. nutzen? Dann empfehle ich ebenfalls I2P. Freenet ist deutlich komplizierter zu bedienen und einzurichten

Fazit: Alles, was nicht unter a) und b) auftaucht, ist deswegen nicht zwangsläufig schlecht. Die von mir genannten Programme haben sich für meine Zwecke in der Praxis als am zuverlässigsten erwiesen, deshalb empfehle ich sie auch. Ansonsten kann ich wirklich nur die Empfehlung aussprechen, sich die Programme anzuschauen, die einen interessieren. Installiert sind sie schnell, und man wird auch sehr schnell feststellen, welches Netz die meisten Nutzer und Content vorweisen kann.

Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: dulzinea on December 19, 2006, 07:41:09 PM
Hey, vielen Dank für die ausführliche Antwort. ;)

Das mit der Ende-zu-Ende Verschlüsselung werde ich mir nochmal in Ruhe durchlesen. Scheint so das ich das wohl überbewertet habe. Der englische Text klingt erstmal sehr schlau und logisch aber trotzdem könnte ich mir vorstellen das es dafür eine noch genialere Lösung gibt. Aber so wie das dort steht kann man die End-to-End Verschlüsselung zwar hinzufügen, sich macht nichts unsicherer aber könnte geknackt werden wenn jemand viel technisches Verständniss hat.

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Vielleicht kannst du ja kurz erläutern, weshalb GNUnet aus deiner Sicht am besten dasteht? Das interessiert mich.
Sehr gern.

Ich wiederhole mich nochmal selbst.

Liegt vieleicht auch daran das ich sowieso schon mit dem Begriff "GNU" gutes verbinde wie Open Source, Sicherheit, Linux und PGP.

Also ich finde man sollte auf das sicherste Nezwerk setzen, da wenn mir Sicherheit unwichtigl ist kann ich auch Direktdownload, Ftp, Irc oder normales Filesharing benutzen.

Zu GNUnet hast Du geschrieben das die Sicherheit an erster Stelle steht. Wiederrum auf der I2P Seite steht ja das es keine 100%tige Sicherheit bieten kann. So entsteht für mich eine Art Differenzierung. Daher habe ich auch von oben "schlechte Eindrücke" nach unten "gute Eindrücke" sortiert.

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Das war nur in der Theorie. Rein prakttisch habe ich es aber nicht geschaft mit GNUnet etwas zu laden. Nach ein bischen konfigurieren kamen zwar Suchergebnisse aber Download klappte nicht. Habe jetzt noch nicht weiter Fehlersuche betrieben, denke schon das ich es zum Laufen bekommen würde wenn es bei andern auch geht aber der erste Eindruck war dadruch nicht so gut.  RShare hat ein übersichtlichere GUI, man muss nichts einstellen und es funktioniert einfach nur.

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Kann man die Programme/Dienste eigentlich so vergleichen in Punkto Sicherheit? Also das ja X sicherer ist als Y? Ich sage mal so, "Fehlschläge" bzw. Meldungen darüber gab es ja bisher noch nicht oder? Was aber auch daran liegen mag das es so weniger benutzt wird und daher kaum Interesse daran ist es zu knacken.
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: philharmoni on December 19, 2006, 08:50:38 PM
Kann man die Programme/Dienste eigentlich so vergleichen in Punkto Sicherheit? Also das ja X sicherer ist als Y? Ich sage mal so, "Fehlschläge" bzw. Meldungen darüber gab es ja bisher noch nicht oder? Was aber auch daran liegen mag das es so weniger benutzt wird und daher kaum Interesse daran ist es zu knacken.

Mag sein, dass irgendwann mal Sicherheitslücken in dem einen oder anderen Programm auftauchen werden. Das ist sogar sehr wahrscheinlich und ja auch ganz normal. Fest steht aber, dass die hier besprochenen Programme es anderen auf jeden Fall erheblich erschweren dich zu identifizieren oder einfach der Aufwand dafür viel zu hoch und damit unwirtschaftlich wäre. Bei herkömmlichen Programmen hast du ja hingegen null Schutz.
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: Markus on December 19, 2006, 10:16:13 PM
Hey, vielen Dank für die ausführliche Antwort. ;)
Gern geschehen :)


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Kann man die Programme/Dienste eigentlich so vergleichen in Punkto Sicherheit? Also das ja X sicherer ist als Y? Ich sage mal so, "Fehlschläge" bzw. Meldungen darüber gab es ja bisher noch nicht oder? Was aber auch daran liegen mag das es so weniger benutzt wird und daher kaum Interesse daran ist es zu knacken.
Ein Vergleich dürfte schwierig sein, solange sich kein absoluter Experte auf diesem Gebiet die Mühe macht, jeden verwendeten Algorithmus von I2P, GNUnet, RShare oder was auch immer auf den Prüfstand zu hieven, um evtl. vorhandene Fehler in der Logik der jeweiligen Software ausfindig zu machen.

Aus diesem Grund will ich es mal so formulieren: Alle hier vorgestellten und diskutierten Programme liegen im Quelltext vor, d.h. jedermann, der dazu in der Lage ist, kann sich den Programmcode anschauen. Da es einige Leute gibt, die sich damit sehr gut auskennen, wird auf jeden Fall das Risiko deutlich minimiert, daß sich irgendwo ein gewaltiger Denkfehler des Entwicklers eingeschlichen hat.

Letztendlich kann dir jedoch niemand garantieren, daß du eine 100%ige Anonymität hast. Eines ist allerdings auch klar: Alle hier diskutierten Lösungen sind deutlich sicherer und anonymer als jeglicher eDonkey-Clone.

Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: crypton on December 20, 2006, 10:35:56 AM


Also meiner meinung ist momentan RShare und I2P die das rennen machen.......
obwohl bei I2P 2006 nichts neues mehr geportet wurde trotzdem funktioniert alles sehr gut.

und RShare wird von Tag zu Tag immer besser....
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: leGeneral on April 11, 2007, 10:12:32 AM
Ich beschäftige mich erst seit kurzem mit dem Thema anonymes Filesharing. Oft waren die Artikel die ich gefunden habe meist schon ein bisschen älter. Soweit ich das rausgelesen habe scheinen ja RShare und I2P recht brauchbar zu sein.
Welches von beiden lohnt sich denn eher wenn man auf der Suche z.b. nach Englischen Serien ist? Oder gibt es schon wieder neue Alternativen?
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: 123.user on April 11, 2007, 10:39:45 AM
(http://forum.worldofplayers.de/forum/customavatars/avatar18891_1.gif) und co bei i2p-bittorrent(einfach mal die tracker in i2psnark durchsuchen) und i2phex.
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: philharmoni on April 11, 2007, 10:54:10 AM
Generell wirst du sehr spezielle Sachen in anonymen Tauschbörsen im Moment noch nicht finden. Mute ist praktisch tot. ANts bietet nur sehr wenig und das meisten auf italienisch oder französisch. RShare hat bereits ein sehr großes Angebot, kann aber längst nicht mit eMule usw. mithalten. Spezielle Sachen wird man da also auch nicht finden. Zudem gibts bei RShare hauptsächlich deutschen Content. Für deine englischen Serien würde ich dir empfehlen, mal einen Blick auf das Gespann Freenet (http://freenetproject.org/) und Frost (http://jtcfrost.sourceforge.net/) oder Freenet (http://freenetproject.org/) und FreeMule (http://www.smash-designs.de/~bombe/freemule.html) zu werfen. Allerdings ist Freenet wohl das langsamste anonyme Netzwerk. Daher ist auch der Tipp mit I2P vermutlich nicht schlecht.
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: itronic on April 12, 2007, 09:34:04 PM
Gut integrierte Freenet-Knoten sind schon recht schnell, habe ich gelesen. Im Freenet Board in Frost gab es eine Diskussion wie man Freenet richtig konfiguriert damit es relativ schnell wird, da war schon die Rede von 50 kbps. Das will ich eigentlich noch hier ins Forum reinkopieren, ist aber gerade nicht auf diesem PC verfügbar an dem ich sitze.
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: © on January 30, 2008, 08:38:24 PM
@Markus:
Ich finde die Idee prima und äußerst wichtig gerade auf einem Board wie diesem eine kurze Übersicht der Top-Tools des anonymen Filesharens zu bieten, aber für Neulinge ist sie als Einführung imho doch eher weniger gelungen.

*sorry for criticism*
Wenn ich mich als unbedarfter Leser über neue gute Möglichkeiten informieren will und anfange den Top-1-Kandidaten Ants voll Interesse zu lesen wäre ich etwas perplex am Ende der *ziemlich* ausführlichen Beschreibung zu lesen, dass er inzwischen veraltet und uninteressant ist. Weiter gehts dann mit Freenet, bei dem ich im letzten Satz lese
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Fazit: Für den Anfänger der denkbar ungeeignetste Einstieg in die die Welt der aN, zumal Freenet auch nicht primär für Filesharing entwickelt wurde.
Dann GNUnet, bei dem ich am Ende lese (nachdem ich erfahren habe, dass es langsam ist und nur geringe Auswahl bietet)
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ob sich die Teilnehmerzahl wirklich in größerem Maße entwickeln wird, muß sich erst noch herausstellen
und ich denke mir (falls ich überhaupt denke ;D).. hmm, der Post ist von mitte letzten Jahres, wie siehts wohl inzwischen aus..

Was ich damit sagen will: Imho wärs besser das ganze äußerst simpel aufzubauen (in etwa wie es dulzinea vorgemacht hat).
Das es eine genaue Top-Programm-Wertung im Grunde nicht gibt und auch etwas Subjektiv ist, ist klar, aber als kompletter Neuling ist mir das egal. Da vertraue ich auf die Wertung eines Profis und verschaffe mir in der Regel erstmal nen groben Überblick, denn ich will erstmal 1 (max. 2) der "noobish gesagt" besten Programme antesten (und mich nicht wochenlang durch verschiedenste Prog-Faq´s wühle oder den ganzen Thread duchlesen um mich festlegen zu können).
Ich stelle mir das in etwa so vor:

Top1.: *Progginame*
Vorteile: - *Stichwortarig*
Nachteile: - *"*
Kurtzwertung: *Ähnlich den Fazits. Von mir aus auch noch knapper mit was auch immer nicht in die Vor/Nachteile gepasst hat wie Vergleiche zu den anderen Programmen*
Details: ____ (http://____) * = Link zum Haupt-Programm-Thread oder zu deiner jetzt aktuellen Einführung, aber keinesfalls Detail-Erläuterungstext *

Was im Grunde auch nur für Historiker interessant ist sind die abgesetzten Updates ;) und ab und an ein Edit (auch ohne Textänderung) wäre ebenfalls nicht schlecht, sodass man sieht, dass die Wertung noch aktuell ist und nicht gleich ans Ende des Threads- oder komplett wegzappt. Momentan würde ich vorschlagen, alles, was es nicht in die Top-5 schafft kann darunter in einer Shitlist aufgeführt werden mit den Gründen, warum die Programme so sche*** ähh.. unattraktiv sind.

Greetz u
Title: Re: Anonymes Filesharing: Ein kurzer Vergleich
Post by: crypton on January 31, 2008, 08:09:03 AM
MUTE
- keine end-to-end verschlüsselung
- keine neuen Versionen geplant

Mute brauchst gar nicht mehr vergleichen, wird schon seit mindestens 2 Jahren nicht mehr aktive weiter entwickelt.
Also feature mäßig wird da nichts mehr neues von Jason kommen.
Solltest lieber ein auge auf Kommute werfen.


Freenet
- Fazit: Für den Anfänger der denkbar ungeeignetste Einstieg in die die Welt der aN, zumal Freenet
auch nicht primär für Filesharing entwickelt wurde.

Also da gibts schon FileSharing wenn du Thaw und FreeMulET mal anschaust.